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08.09.2014

17:28 Uhr

Smartphone

Amazon bringt Fire Phone nach Deutschland

Amazon wirft sein Fire Phone auf den deutschen Markt. Die Rede ist von einem Kampfpreis. Die Deutsche Telekom hilft mit. Das Telefon soll die Nutzer zum Kaufen animieren - und deren Daten sammeln.

Fire Phone: Ende des Monats kommt das Gerät hierzulande auf den Markt. dpa

Fire Phone: Ende des Monats kommt das Gerät hierzulande auf den Markt.

BerlinAmazon bringt sein erstes Smartphone Fire Phone in wenigen Wochen auch auf den deutschen Markt. Dabei setzen der Online-Händler und sein Mobilfunk-Partner Deutsche Telekom auf einen Kampfpreis: Das Smartphone wird ab den mittleren Tarifen bereits für einen Euro angeboten. Die Telekom vertreibt das Fire Phone in Deutschland exklusiv. Zunächst kann es vorbestellt werden, in den Handel kommt es am 30. September.

Amazon will bei den Verbrauchern auch mit zusätzlichen Diensten und mehreren neuartigen Funktionen punkten. Unter anderem bekommen die Nutzer uneingeschränkten Online-Speicherplatz für Fotos. Für ein Jahr gibt es den Service Prime mit einem Abo-Zugang zu Filmen und Videos.

Eine der neuen Funktionen heißt „Firefly“ und ist eine Art Suchmaschine für die reale Welt. Fotografiert man damit einen Gegenstand, kann man zum entsprechenden Produkt im Amazon-Angebot kommen. Man braucht insgesamt nur vier Klicks, um einen Artikel auf diese Weise bei Amazon zu bestellen. „Firefly“ kann aber auch bis auf die einzelne Serienfolge genau erkennen, welche Sendung gerade im Fernsehen läuft und funktioniert ebenfalls für Musik und Kunstwerke. Außerdem kann man damit Text, Telefonnummern und QR-Codes einlesen. Das Fire Phone liefert Amazon zusätzlich Informationen über seine Kunden: Aufenthaltsorte, Navigationsdaten, mobile Such- und Webgewohnheiten.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

Huawei

Drittgrößter Smartphone-Hersteller ist Huawei mit knapp 47 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 4,8 Prozent.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Das Telefon passt das Bild auf dem Display an die Augenposition des Nutzers an. Menüs können auch mit Kipp-Bewegungen ausgeklappt werden. In Rezensionen zum US-Start im Juli waren die Umsetzung der neuen Funktionen und die Bedienung zum Teil auf harsche Kritik gestoßen. Amazon-Manager Ian Freed, der für das Fire Phone zuständig ist, will sich davon nicht beirren lassen. „Wenn man Innovationen auf den Markt bringt, gibt es Leute, die sie mögen - und Kritiker.“ Es sei wichtig, dass die Kunden das Gerät mögen. „Der Rest kommt dann von allein.“

Sowohl bei „Firefly“ als auch bei der Display-Technik gibt es Schnittstellen für App-Entwickler. Bisher nutzten unter anderem Anbieter von Smartphone-Spielen diese Möglichkeit. Bei der Hilfsfunktion „Mayday“ lässt sich per Video ein Amazon-Mitarbeiter ansprechen, der auch die Bedienung des Smartphones übernehmen kann. Wenn es um Fragen zu Netz oder Tarifen geht, kann erstmals auch ein Telekom-Mitarbeiter ebenfalls mit Bild zugeschaltet werden, sagte der Marketingchef von Telekom Deutschland, Michael Hagspihl.

Kommentare (1)

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Herr dieter hergt

08.09.2014, 19:17 Uhr

kann erstmals auch ein Telekom-Mitarbeiter ebenfalls mit Bild zugeschaltet werden, sagte der Marketingchef von Telekom Deutschland, Michael Hagspihl.(Zitat Ende)Ehrlich. Auf diese Möglichkeit warte ich seit Jahren. Gibt es für die entsprechenden Mitarbeiter (m/w) dann auch einen Visibility-Zuschlag? Werden Schminkutensilien von der Telekom gestellt? Der Frisör? Der Ausstatter? Darf ich jemand(en), der/die mir gefällt - natürlich in erster Linie wg. Kompetenz bei der Tarifauskunft - eventuell um ein Stelldichein bitten. Bei positiver Beantwortung dieser Fragen, gibt es keine Fragen mehr. Her mit dem Ding.

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