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08.03.2013

10:50 Uhr

Smartphone-Anbieter

Google kürzt 1200 weitere Jobs bei Motorola Mobility

Der Internetkonzern Google streicht massiv Stellen bei seiner Smartphone-Tochter Motorola Mobility. Bereits im August kündigte Google den Abbau von 4000 Arbeitsplätzen an, nun sollen weitere 1200 Jobs wegfallen.

Der Internetkonzern Google will 1.200 Stellen bei seiner Tochter Motorola Mobility streichen – zusätzlich zu den 4.000 Jobs, die sowieso wegfallen sollen. Reuters

Der Internetkonzern Google will 1.200 Stellen bei seiner Tochter Motorola Mobility streichen – zusätzlich zu den 4.000 Jobs, die sowieso wegfallen sollen.

San FranciscoBeim Handy-Hersteller Motorola fallen nach der Übernahme durch Google weitere Arbeitsplätze weg. Diesmal sind rund 1200 Jobs in den USA, China und Indien betroffen – jede zehnte Stelle. Die Kosten seien zu hoch, Motorola sei nicht wettbewerbsfähig und verliere Geld, zitierte das „Wall Street Journal“ am Freitag aus einer internen E-Mail. Ein Motorola-Sprecher sagte dem Blatt, die neuen Streichungen setzten an den ersten Stellenabbau vom vergangenen Sommer fort.

Google hatte im August den Abbau von etwa 4000 Arbeitsplätzen angekündigt. Ende vergangenen Jahres hatte Motorola noch gut 11 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen, bei dem vor fast 30 Jahren das Mobiltelefon erfunden wurde, fiel immer weiter hinter die Marktführer wie Samsung, Nokia oder Apple zurück. Zuletzt lag der Motorola-Anteil am Handy-Absatz nur noch bei 1,7 Prozent, wie der Marktforscher Gartner ermittelte.

Google hatte für Motorola 12,5 Milliarden Dollar bezahlt. Als Hauptgrund wurde bei Ankündigung des Deals 2011 der Patentschatz von Motorola genannt, der Googles mobiles Betriebssystem Android besser gegen Angriffe von Rivalen schützen sollte. Inzwischen wird bei Motorola laut Medienberichten unter der Bezeichnung „X Phone“ ein Top-Smartphone entwickelt, das gegen Spitzenmodelle von Samsungs Galaxy-Reihe und Apples iPhone antreten soll.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Zugleich bekräftigte Android-Chef Andy Rubin jüngst beim Mobile World Congress in Barcelona, dass Motorola bei dem Betriebssystem keinen Vorteil gegenüber anderen Herstellern bekommen werde. Sein Team und die Entwickler von Motorola seien im Google-Konzern komplett getrennt. Er schließe zwar nicht aus, dass Motorola einmal eines der Flaggschiff-Geräte der Nexus-Serie bauen werde - „wir können sie schließlich nicht dafür bestrafen, dass sie zu Google gehören“. Aber Motorola werde durch den gleichen Auswahlprozess wie andere Hersteller gehen müssen. Bei den Nexus-Modellen versucht Google, mit wechselnden Hardware-Partnern die bestmöglichen Android-Geräte zu entwickeln. Das aktuelle Smartphone Nexus 4 wird von LG gebaut.

Von

rtr

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