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20.01.2017

12:57 Uhr

Smartphone-Brände

Samsung will Gründe für das Galaxy-Debakel nennen

Die Brände beim Galaxy Note 7 haben Samsung ein für die Branche bisher beispielloses Debakel beschert. Am Montag soll der Untersuchungsbericht vorgestellt werden. Ein Problem war offenbar die Größe der Akkus.

Samsung will nach monatelangen Untersuchungen den Grund für die Brände bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 nennen. Der Bericht soll am Montagmorgen bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul vorgestellt werden. dpa

Samsung Galaxy Note 7

Samsung will nach monatelangen Untersuchungen den Grund für die Brände bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 nennen. Der Bericht soll am Montagmorgen bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul vorgestellt werden.

SeoulSamsung will nach monatelangen Untersuchungen den Grund für die Brände bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 nennen. Der Bericht soll am Montagmorgen (ab 2 Uhr MEZ) bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul vorgestellt werden. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ war es bei einigen Batterien die abweichende Größe, die zur Überhitzung führte. Bei anderen habe es Produktionsfehler gegeben, schrieb die Zeitung am Freitag unter Berufung auf informierte Personen.

Samsung hatte mit dem Telefon, das gegen das iPhone 7 antreten sollte, ein für die Branche beispielloses Debakel erlebt. Nach ersten Bränden gab es im September zunächst eine Austauschaktion. Nachdem aber auch vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand gerieten, stellte der Smartphone-Marktführer das Modell komplett ein. Es folgten Klagen von Verbrauchern unter anderem in den USA und Südkorea.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Samsung muss die Angelegenheit aus der Welt schaffen, bevor sein nächstes Flaggschiff-Modell, das Galaxy S8 vorgestellt werden kann. Zuletzt präsentierte Samsung die neuen Generationen der S-Serie beim Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona, der in diesem Jahr Ende Februar beginnt.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge waren - wie bereit vermutet - bei der ersten Note-7-Ausführung die Batterien zum Teil zu groß für den vorgesehen Raum im Inneren des Geräts. Bei den Ersatzbatterien eines anderen Herstellers in den Austauschgeräten habe es Produktionsfehler beim schnellen Hochfahren der Fertigung gegeben, hieß es ohne nähere Angaben.

Kommentare (1)

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Herr Klaus D. Beccu

24.01.2017, 17:50 Uhr

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die im Galaxy Note 7 verwendeten Li-Ion Akkus eine erhöhte Energiedichte mit noch wenig bekanntem Risiko aufwiesen. Das wird zumeist durch Optimierung der Komponenten Anode / Kathode und dem Separator und ihrer geometrischen Auslegung erreicht. Leider teilt Samsung noch keine Details dazu mit.
Da Li-Ion Akkus mit angekündigter dramatisch erhöhter Energiedichte - bis zu 500 Wh/kg statt derzeit 130 Wh/kg - als das Energiespeicher-System der Zukunft für Elektroautos gelten, sollte das Galaxy-Debakel ein Warnschuss für überzogene Entwicklungen in diesem Bereich sein. Ein Akku mit 60 oder gar 100 kWh Energieinhalt löst im Falle von Explosion oder Feuer - im Unterschied eines Akkus mit nur wenigen Wh im Galaxy - eine echte Katastrophe aus.
Dr.-Ing. K.D. Beccu, Batterieexperte

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