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04.03.2013

19:47 Uhr

Smartphone-Flaggschiff

Samsung zeigt das neue Galaxy S4

Samsung wird wohl schon in der kommenden Woche sein neues Smartphone-Flaggschiff vorstellen. Das Galaxy S4 wird von vielen Fans heiß erwartet. Bis zur Vorstellung sollen YouTube-Videos die Spannung anheizen.

Fans warten bereits sehnsüchtig auf das neue Smartphone-Flaggschiff von Samsung. AFP

Fans warten bereits sehnsüchtig auf das neue Smartphone-Flaggschiff von Samsung.

New YorkApple mit seinem Kulthandy iPhone droht neue Konkurrenz: Hauptrivale Samsung dürfte nächste Woche Donnerstag (14. März) in New York sein frisches Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 vorstellen. Der südkoreanische Elektronikkonzern hat am Montag damit begonnen, seinen Fans den Mund wässrig zu machen.

In einem auf Youtube veröffentlichten Werbevideo wird der kleine Jeremy im Rolls Royce durch die Straßenschluchten Manhattans gefahren - zu einem geheimen Treffen, wie der Zuschauer erfährt. Sein Chauffeur scheint dabei aufgeregter zu sein als der Junge selbst. „Ich weiß, das wird eine der erstaunlichsten Produkteinführungen, seit es das Fernsehen in Farbe gibt“, sagt der grau melierte Fahrer.

In einem weitläufigen Konferenzraum angekommen, telefoniert gerade ein Herr im Anzug mit einem großen Smartphone, das er aber schnell in seiner Jackentasche verschwinden lässt. Hinter ihm hängt ein Plakat an der Wand: „Be ready 4 the next Galaxy.“ Zu deutsch: „Sei bereit für das nächste Galaxy.“

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Beides sind Hinweise auf das neue Smartphone, dessen Vorgänger Galaxy S III sich zu einem der schärfsten iPhone-Rivalen entwickelt hatte. Das kommende Handy selbst bekommt der Zuschauer jedoch nicht klar zu sehen. Ein Prototyp steckt in einem weißen Karton, in den nur Jeremy hineinspähen darf. Er bekommt dabei große Augen.

In Technologie-Blogs sind bereits haufenweise technische Daten zu lesen, wobei deren Wahrheitsgehalt unklar ist. Zusammengefasst: Das Display dürfte etwa 5 Zoll (12,7 cm) groß und hochauflösend sein. Die Hauptkamera hätte 13 Megapixel. Betriebssystem wäre Android 4.2 „Jelly Bean“. In seinen Dimensionen würde das Galaxy S4 damit auf jeden Fall das aktuelle iPhone 5 mit seinem 4-Zoll-Bildschirm deutlich überragen. Der Bildschirm wäre auch größer als beim aktuellen Galaxy S III mit seinen 4,8 Zoll.

Die größten Handyhersteller

Markt im Wandel

Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

Samsung

Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

Nokia

Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

Apple

Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

Research in Motion

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

Sonstige

Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Bis zur offiziellen Vorstellung in der kommenden Woche sollen Youtube-Videos die Spannung aufrecht halten: Als Jeremy mit dem Karton zu Hause ankommt, wartet bereits ein Nachbarsmädchen auf ihn. „Ich weiß, dass Du da etwas hast, Jeremy Maxwell“, ruft sie ihm hinterher. In seinem Zimmer angekommen, macht sich Jeremy daran, in den Karton zu schauen. Dann dreht er sich erschrocken um. Klappe. Fortsetzung folgt.

Samsung hatte schon vor einer Woche Einladungen an Journalisten für eine Produktvorstellung in der weltbekannten Radio City Music Hall am Rockefeller Center verschickt. Parallel wird das nächste Galaxy-Gerät in aller Öffentlichkeit auf dem nahen Times Square präsentiert. Kürzlich hatten schon die Konkurrenten HTC und Blackberry ihre neuen Flaggschiff-Smartphones in der Metropole vorgestellt.

Die USA sind einer der am härtesten umkämpften Märkte. In diesem Jahr dürften hier 137,5 Millionen Smartphones ausgeliefert werden, schätzt der Marktforscher IDC. Nur China ist noch größer. Apple mit seinem iPhone hat im Heimatland einen starken Stand, während in anderen Märkten Samsung führend ist. Apple hatte sein aktuelles iPhone 5 im September vergangenen Jahres vorgestellt.

Von

dpa

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