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27.09.2013

09:20 Uhr

Smartphone-Hersteller

Blackberry-Fertigungspartner will aussteigen

Neuer Rückschlag für Blackberry: Nach dem Riesenverlust kehrt jetzt der Auftragsfertiger Jabil Circuit dem Smartphone-Hersteller den Rücken. Blackberry verliert das Unternehmen damit ganz an seinen größten Konkurrenten.

Der Smartphone-Hersteller Blackberry steht vor dem Verlust seines Auftragsfertigers. Reuters

Der Smartphone-Hersteller Blackberry steht vor dem Verlust seines Auftragsfertigers.

New YorkDer notleidende Smartphone-Pionier Blackberry hat ein weiteres Problem: Einer der Auftragsfertiger will ihm den Rücken kehren. Es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, dass man die Beziehungen zu Blackberry auflösen werde, sagte der Chef des Geräteherstellers Jabil Circuit, Mark Mondello, in einer Telefonkonferenz. Über Details werde derzeit verhandelt.

Es ist nicht bekannt, wie hoch der Anteil von Jabil Circuit an der Blackberry-Produktion ist. Für die Produktionsfirma war Blackberry bisher der zweitgrößte Kunde mit einem Anteil von über zehn Prozent. Die Nummer eins ist Apple.

Blackberry sei in den vergangenen sechs bis sieben Jahren ein guter Partner gewesen. „Die Entscheidung, sich von einem Kunden zu trennen, fällt nie leicht und ist mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden“, räumte Mondello ein. Es werde Abschreibungen auf Ausrüstung und personelle Anpassungen geben. Aber man sei sicher, dass es die richtige Entscheidung für Jabil Circuit sei.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Blackberry hatte in diesem Jahr massiv auf ein neues Betriebssystem gesetzt, um die Talfahrt zu stoppen - die neuen Geräte verkaufen sich aber bisher schlecht. Das Unternehmen kündigte für das vergangene Quartal einen Verlust von bis zu einer Milliarde Dollar an und soll von einem Finanzinvestor gekauft werden. An diesem Freitag soll es ausführliche Zahlen geben.

Jabil Circuit ist nicht der erste Partner, der Konsequenzen aus der Misere zieht. So nimmt T-Mobile USA die Blackberry-Geräte aus den Regalen in seinen Läden. Online werden sie weiter angeboten.

Von

dpa

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