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06.04.2012

12:43 Uhr

Smartphone-Hersteller

Gewinn von HTC bricht drastisch ein

Die Konkurrenz von Apple und Samsung macht dem taiwanischen Smartphone-Hersteller HTC zunehmend zu schaffen. Im ersten Quartal brach der Unternehmensgewinn um 70 Prozent ein.

HTC musste im ersten Quartal deutliche Einbußen hinnehmen. Reuters

HTC musste im ersten Quartal deutliche Einbußen hinnehmen.

TaipehDer taiwanische Smartphone-Hersteller HTC geht nach einem Durchhänger zum Jahresbeginn mit neuen Modellen rasch wieder zum Angriff über. Der Marktstart einer aufpolierten Reihe seiner One-Geräte in diesem Monat soll die Geschäfte des weltweiten Branchenfünften kräftig anheizen. Im abgelaufenen Vierteljahr rutschte der Nettogewinn um mehr als zwei Drittel ab auf umgerechnet 116 Millionen Euro (rund 4,5 Milliarden Taiwan-Dollar), wie der Konzern am Freitag mitteilte. Der Umsatz brach um rund ein Drittel ein auf 1,76 Milliarden Euro. Analysten erwarten jedoch eine Erholung der Erlöse im weiteren Jahresverlauf. Im zweiten Quartal könnten diese im Vergleich zum ersten um 40 Prozent zulegen, sagte Bonnie Chang von Yuanta Securities.

Das Management setzt große Hoffnungen auf die neuen Modelle, die von Analysten und Technik-Bloggern bereits gelobt wurden. Doch die Konkurrenz ist hart: Auch die beiden Smartphone-Platzhirsche Apple und Samsung stehen vor Produkteinführungen. Zudem zeigt sich Samsung überraschend erfolgreich mit seinem neuartigen Modell Galaxy Note, das eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet-Computer ist, und hat im ersten Quartal einen Rekordgewinn gemacht.

Branchenexperten sehen HTC noch weit hinter den beiden deutlich größeren Rivalen, geben dem Konzern aus Taiwan aber gute Chancen im Wettstreit mit dem Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) und dem Handy-Produzenten Nokia. Nach Berechnungen der Marktforscher von IDC hatte sich 2011 Samsung bei Smartphones haarscharf an die Marktspitze gesetzt mit einem Anteil von 19,1 Prozent, ganz knapp gefolgt von Apple mit 19 Prozent. RIM lag mit 10,4 Prozent etwas vor HTC, die auf 8,9 Prozent kamen.

Von

rtr

Kommentare (8)

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fmuller

06.04.2012, 14:40 Uhr

Alleine schon die Existenz des Betriebssystems Android (Linux-Kernel) wird zu einer Bereinigung des Marktes, vergleichbar mit der Entwicklung im Bereich der Digitalkameras führen. Falls es noch keinem aufgefallen ist?! Auch Smartphones der ersten Generation laufen trotz inzwischen stark veralteter Hardwareperformance nach einem Update auf ein Custom-Android 2.3.5 (Gingerbread) noch recht flüssig und völlig fehlerfrei und der Nachfolger Ice Cream Sandwich soll sogar noch einiges schneller sein. Vorbei ist es also mit dem unguten Wintel-Kartell, wo man noch den Konsumenten mit immer neuen Windows-Versionen und damit stark angestiegenen Hardwareanforderungen das Geld aus der Tasche zog. Ich bin auch keinesfalls bereit, mittels überteuerter Käufe, die `Kriegskasse` irgendwelcher Hersteller aufzufüllen, sodass diese damit andere Anbieter knebeln, ausbeuten und sich auf meist unfreundliche Art einverleiben können. Gespannt sein darf auch auf die Verbreitung von Android-Tablets im Umfeld mittelständischer Unternehmen, denn dort verwendet man vielfach zentrale Unix-Systeme. Linux ist ein Derivat von Unix!

EsIstWieEsIst

06.04.2012, 16:27 Uhr

Das Beispiel HTC zeigt deutlich auf, wie wichtig eine starke emotionale Marke ist und wie wichtig es ist, diese Marke zu pflegen. HTC vermittelt diese Markenkernwerte nicht. Das Kürzel HTC vermittelt eben keine vergleichbaren Emotionswerte wie andere TOP-Marken. TECHNIK reicht eben nicht. Da der Markenwert nicht "so" existiert, muss über den Preis verkauft werden. Wertvolle "Renditekorridore" können so nicht genutzt werden. Das kann auch existensbedrohend werden.

Eine Marke allein, macht es dagegen auch nicht. Es muss stimmig sein. Die Werte müssen in vielen Bereichen halt stimmen. Handy sind nun einmal immer mehr "Modeartikel mit technischer Seele" - in der Mode gelten andere Gesetze. In der Mode ist der Emotionswert wichtig. In der Mode ist der Emotionswert eine wichtige Komponente für den Kunden - der Kunde zahlt extra dafür. Wird der Emotionswert HTC nicht als solchen wahrgenommen, kaufen viele Kunden eben nicht das Handy. Da kann es auch billig sein, bis zur Schmerzgrenze. Der Kunde will es einfach nicht, da es seinem Markenwerteempfinden nicht entspricht. Das ist hart zu akzeptieren - aber - es ist wie es ist.

Account gelöscht!

06.04.2012, 20:05 Uhr

Hier zeigen sich bereits die ersten Erfolge der neuen Windows Phones Plattform. Q1/2012 war das erste Quartal in dem die Nokia/Microsoft Allianz mit zwei konkurrenzfähigen Produkten, Nokia Lumia 800 und dem Lumia 710, am Markt präsent war. Hinzu kam die Ankündigung zweier neuer sehr schöner Geräte auf der WMC in Barcelona. Das Lumia 900 und das Lumia 610. Der Verkaufsstart dieser beiden hervorragenden Geräte in Kombination mit dem Verkaufsstart des Volksempfängers 5 für die zweite Jahreshälfte 2012 dürfte für einige Kaufzurückhaltung in Q1/2012 gesorgt haben. Ausserdem hatte ja HTC selbst neuen Produkte angekündigt.

Darüber hat hinaus hat Nokia mit den OS Updates Anna und Belle dafür gesorgt, dass es der Konkurrenz nicht mehr so einfach gemacht wird im Revier des betagten Symbian zu wildern. Insgesamt werden Samsung, aber vor allem HTC mit Android ziemliche Probleme bekommen. Das Branching von Android über unzählige OS Versionen wird zu ziemlich viel Verdruss bei den Kunden führen. Hinzu wird man bald nicht mehr den Zugriff auf die neuste Version bekommen, weil Google natürlich dem hauseigenen Hersteller Motorola den Vorzug geben wird. Ein strategischer Fehler von HTC dürfte sicherlich auch die eigene Oberfläche Sense sein, die für mich keine Zukunft hat. HTC sollte sich sehr schnell dazu durchringen eine vernünftige Produktlinie mit Windows Phones auf den Markt zu bringen. Sonst wird man zwischen dem Volksempfängerhersteller, der Google/Motorola und der Nokia/Microsoft Allianz stark an Bedeutung verlieren.

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