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07.04.2014

14:55 Uhr

Smartphone-Hersteller

HTC macht Verluste wegen unglücklicher Werbung

Der schwächelnde Smartphone-Hersteller HTC macht im ersten Quartal diesen Jahres 45 Millionen Euro Verlust. Das liegt wohl vor allem an einer missglückten Werbe-Strategie für das Modell HTC One.

Das HTC One M8 - Das neue Aushängeschild dürfte dafür verantwortlich sein, dass der Umsatz wieder steigt. Reuters, Sascha Rheker

Das HTC One M8 - Das neue Aushängeschild dürfte dafür verantwortlich sein, dass der Umsatz wieder steigt.

TaipehDer schwächelnde Smartphone-Hersteller HTC ist zu Jahresanfang in die roten Zahlen gerutscht. Branchenexperten zufolge ist dafür vor allem eine verwirrende Werbe-Strategie für das Modell HTC One verantwortlich, die den Absatz trotz guter Kritiken für das Handy-Flaggschiff wegbrechen ließ. Der Verlust im ersten Quartal fiel mit 45 Millionen Euro zudem deutlicher aus als erwartet, wie das taiwanische Unternehmen am Montag mitteilte.

Allerdings stieg der Umsatz im März erstmals seit 28 Monaten wieder. Das könnte auch am neuen Aushängeschild HTC One M8 liegen, das jüngst auf den Markt kam. Experten rieten HTC dennoch, sich künftig an erfolgreichen Kampagnen von Rivalen wie Apple zu orientieren. „Macht das nach und schaut aber, wofür euer Produkt stehen soll“, sagte etwa der Werbe-Experte Mark Stocker aus Taipeh. „Und wenn Apple der Mercedes Benz ist, dann versuch, dich selbst zum BMW zu machen.“

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

Huawei

Drittgrößter Smartphone-Hersteller ist Huawei mit knapp 47 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 4,8 Prozent.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

HTC will künftig zudem eine Reihe von Smartphones im mittleren Preisbereich auf den Markt bringen. Bislang ist der Konzern vor allem als Anbieter von Luxusgeräten bekannt. Günstigeren Rivalen etwa aus China hatte HTC damit nichts entgegenzusetzen und im Kampf gegen etablierte Größen wie Samsung und Apple geriet das Unternehmen immer mehr ins Hintertreffen. Hatte HTC dem Marktforscher Strategy Analytics zufolge 2011 noch einen Marktanteil von zehn Prozent, lag er Ende 2013 nur noch bei zwei Prozent.

Von

rtr

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