Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2013

17:59 Uhr

Smartphone-Hersteller

Nokias Lumia 1020 wird iPhone-Konkurrent

Nokia schickt das Top-Modell Lumia 1020 gegen das neue iPhone ins Rennen. Deutschland ist eines der ersten Länder, in dem das Lumia verkauft wird. Nokia will insbesondere mit der 41-Megapixel-Kamera punkten.

Das Lumia 1020, das dank einer 41-Megapixel-Kamera besonders gute Fotos machen soll, ist für 699 Euro ohne Vertrag erhältlich Reuters

Das Lumia 1020, das dank einer 41-Megapixel-Kamera besonders gute Fotos machen soll, ist für 699 Euro ohne Vertrag erhältlich

BerlinNokia lässt sein Flaggschiff-Smartphone Lumia 1020 in Deutschland gegen die neue iPhone-Generation antreten. Das Smartphone, das dank einer 41-Megapixel-Kamera besonders gute Fotos machen soll, ist für 699 Euro ohne Vertrag erhältlich, wie der finnische Konzern am Donnerstag mitteilte. Genauso viel kostet auch das neue iPhone 5s, das am 20. September auf den Markt kommt.

Deutschland sei eines der ersten Länder in Europa, in dem das Lumia 1020 in den Verkauf kommt, betonte Deutschland-Geschäftsführer Sebastian Ulrich. „Das Lumia 1020 zeigt, dass Nokia und Microsoft in Bezug auf Kameratechnologie und Design schon jetzt starke und wegweisende Akzente in der Branche setzen.“

Nokias Baustellen

Konzern im Wandel

Es ist eine Zeitenwende für Nokia: Der finnische Konzern hat sein Kerngeschäft mit Handys an Microsoft verkauft. In den letzten Jahren hatte er an Marktanteilen verloren und rote Zahlen geschrieben. Das neue Nokia ruht auf drei Säulen.

Billig-Handys

Nokia ist immer noch einer der wichtigsten Hersteller günstiger Handys – sie finden vor allem in den Schwellenländern immer noch Käufer. Allerdings machen Hersteller wie Huawei und ZTE dem finnischen Unternehmen das Leben schwer, zudem können sich auch in Indien, China oder auf den Philippinen immer mehr Menschen Smartphones leisten. Auch diese Sparte verkauft der finnische Konzern nun an Microsoft.

Netzwerktechnik

Die wichtigste Säule des Konzerns ist jetzt die Netzwerktechnik. Im Juli 2013 kaufte Nokia den Partner Siemens für 1,7 Milliarden Dollar aus dem Joint Venture heraus, um das Geschäft wieder allein zu betreiben. Angesichts des Smartphone-Booms wirkt der Aufbau von Netzen der Mobilfunk-Anbieter auf den ersten Blick als sicheres Geschäft, doch in der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. NSN konkurriert mit Ericsson, Alcatel-Lucent und den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE. Der Preiskampf wird weiter anhalten, zumindest muss sich Nokia nicht mehr mit einem Partner über die Strategie streiten.

Landkarten

Das zweite große Nokia-Standbein sind die Kartendienste unter dem Markennamen Here. Hier kauften die Finnen bereits 2007 für gut acht Milliarden Dollar den Karten-Spezialisten Navteq und investierten seitdem massiv in den Aufbau eines vollwertigen Online-Angebots sowie Navigationsdiensten. Allerdings ist das Geschäft teuer und die Konkurrenz groß – gerade Google gibt viel Geld aus. Nokia will seine Kartendienste auf andere Betriebssysteme bringen, die Daten werden bereits in vielen Auto-Navigationssystemen genutzt. Zu einem großen Teil werden die Nokia-Kartendienste in Berlin entwickelt.

Patente

Nokia hält ein umfangreiches Patentportfolio – das Geschäft mit Lizenzen soll künftig die dritte Säule des neu ausgerichteten Konzerns werden.

Damit dürfte Nokia auch wieder auf das günstigere iPhone 5c anspielen, dem Apple erstmals bunte Plastik-Gehäuse spendiert hat. Schon nach der Vorstellung der neuen iPhones diese Woche hieß es von einem Nokia-Profil bei Twitter bereits: „Nachahmung ist das beste Kompliment.“ Das Lumia 1020 gibt es in Gelb, Schwarz und Weiß und das iPhone 5c in in Grün, Weiß, Blau, Rot und Gelb.

Der einstige Weltmarktführer Nokia hatte Anfang September den Verkauf seiner Handy-Sparte an Microsoft beschlossen. Der Marktanteil des Microsoft-Betriebssystems Windows Phone, mit dem die Lumias laufen, steigt nur langsam und erreichte zuletzt rund 3,3 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Schauaufdeinhandy

13.09.2013, 04:58 Uhr

699 Euro sind für die Mitfinanzierung der Auferstehung von Nokia einfach zu viel. Auch sollte man sich von den anderen Mitbewerbern preislich deutlich unterscheiden, will man Kunden dazu bewegen, anderen Marken den Rücken zu kehren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×