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13.02.2015

10:41 Uhr

Smartphone-Hersteller

Xiaomi traut sich in die USA

Der Smartphone-Hersteller Xiaomi erlebte dank aggressiver Preisstrategie einen rasanten Aufstieg in China. Erstmals will Xiaomi nun einen Online-Shop in den USA eröffnen. Konkurrenz fürs iPhone soll es aber nicht geben.

Xiaomi-Chef Lei Jun möchte in den USA vor allem mit Zubehör punkten. ap

Expansion in die USA

Xiaomi-Chef Lei Jun möchte in den USA vor allem mit Zubehör punkten.

San FranciscoDer chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi will seine Marke bei Amerikanern mit dem Verkauf von Zubehör wie Ohrhörer oder Fitness-Armbänder bekannter machen. Xiaomi werde dafür einen Online-Shop in den USA eröffnen, kündigte Mitgründer Lin Bin laut übereinstimmenden Medienberichten bei einem Auftritt in San Francisco an. Das Unternehmen habe jedoch aktuell keine Pläne, auch mit seinen Smartphones in den Heimatmarkt von Apples iPhone einzusteigen, betonte er.

Das Geschäftsmodell von Xiaomi ist es, technisch hochgerüstete Smartphones extrem günstig über das Internet zu verkaufen. Damit wurde Xiaomi zu einem der größten Anbieter in China. Dank der Größe des chinesischen Marktes und einer Expansion in Asien rückte Xiaomi im dritten Quartal vergangenen Jahres zeitweise sogar weltweit auf den dritten Platz unter den Smartphone-Herstellern vor. Insgesamt verkaufte Xiaomi im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 61 Millionen Smartphones.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Xiaomi wolle das Geld mit Online-Diensten verdienen, während die Margen bei den Geräten angesichts der niedrigen Preise schmal seien, erklärte Lin Bin. Insgesamt gebe es im Markt mehr als 100 Millionen Geräte mit dem hauseigenen Xiaomi-Betriebssystem, das auf Googles Android aufsetzt, hieß es.

An einen Börsengang denke Xiaomi in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht, sagte der Mitgründer. Das gut vier Jahre alte Unternehmen soll sich vor kurzem frisches Geld von Investoren zu einer Gesamtbewertung von 46 Millionen Dollar besorgt haben.

Von

dpa

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