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07.03.2013

17:38 Uhr

„Smartphone-Krieg“

Microsoft will Google Maps stoppen

Im Dauer-Patentstreit mit Motorola und Google setzt Microsoft jetzt auf andere Mittel. Der Windows-Riese will per Gerichtsbeschluss den Dienst Google Maps stoppen - ein Microsoft-Patent aus den 90ern sei betroffen.

Smartphonedisplay vor einer Google Maps-Karte: Microsoft will den Dienst auf Motorola-Handys unterbinden lassen. dpa

Smartphonedisplay vor einer Google Maps-Karte: Microsoft will den Dienst auf Motorola-Handys unterbinden lassen.

MünchenDie nächste Runde im Smartphone-Patentkrieg wird in München ausgetragen. Vor dem Münchner Landgericht ist am Donnerstag eine Klage von Microsoft gegen den Handy-Hersteller Motorola und den Mutterkonzern Google verhandelt worden. Der Windows-Riese hat diesmal den vielbenutzten Kartendienst Google Maps im Visier. Microsoft wirft den Unternehmen vor, mit Google Maps ein Patent aus dem Jahr 1996 zu verletzen. Das Gericht will Anfang Mai seine Entscheidung bekanntgeben.

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„Wir haben hier einen Fall konkurrierender Unternehmen mit konkurrierenden Produkten“, sagte der vorsitzende Richter unter Hinweis auf Microsofts eigenen Kartendienst Bing Maps, der von einem Verbot profitieren könne.

Auch eine Niederlage von Google würde nach Angaben von Branchenexperten allerdings nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Google-Karten von allen Geräten verschwinden müssen, denn das Patent sei Teil von Lizenzvereinbarungen vieler Hersteller mit Microsoft.

Die Anwälte von Google und Motorola argumentierten mit der großen Bedeutung von Google Maps. Der Dienst werde nicht nur von millionen Privatpersonen, sondern auch von Behörden genutzt. Eine Abschaltung könne schlimme Folgen haben. Zusätzlich würde ein Imageschaden entstehen, der mit Geld nicht zu ersetzen sei.

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Die Vertreter von Microsoft führten mögliche Lizenzgebühren für die Nutzung des Patents von Google und Motorola ins Feld. Dies wäre „eine Möglichkeit, diesen Krieg zu beenden“, sagte ein Microsoft-Anwalt. Eine Lizenz könnte ein Kompromiss sein, um Google Maps weiterhin normal anbieten zu können.

Das Verfahren ist nur einer von vielen Prozessen, die global im sogenannten Patentkrieg der Mobilfunk-Branche geführt werden. In Deutschland waren neben München auch Mannheim und Düsseldorf in den vergangenen zwei Jahren schon Schauplatz internationaler Patentverfahren. Die deutschen Gerichte gelten als Patentinhaber-freundlich und arbeiten schneller als die US-Justiz.

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

So trugen Apple und Samsung in Düsseldorf ihren Streit darüber aus, ob Galaxy-Tablets der Südkoreaner das iPad-Design kopierten. Dadurch war der Verkauf des Samsung-Geräts für Monate blockiert. Motorola gelang es, in Deutschland für kurze Zeit den Online-Verkauf bestimmter Modelle von iPhone und iPad zu stoppen und Apples E-Mail-Diensten Zügel anzulegen. Microsoft verlegte wegen einer Motorola-Klage zu Video-Software sein europäisches Logistikzentrum von Deutschland in die Niederlande.

Von

dpa

Kommentare (1)

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blubb

09.03.2013, 19:55 Uhr

Ist nicht genau DAS ein Grund zu OpenStreetMap.org zu wechseln? ;)

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