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16.07.2012

13:46 Uhr

Smartphone Lumia

Preisverfall beim Nokia-Hoffnungsträger

Mit dem Smartphone Lumia wollte Nokia eigentlich das iPhone attackieren. Doch bisher enttäuscht das Flaggschiff die hohen Erwartungen. In den USA starten die Finnen darum eine Rabattoffensive - und halbieren den Preis.

Nokia macht das Lumia in den USA deutlich billiger. Reuters

Nokia macht das Lumia in den USA deutlich billiger.

New YorkNokia verschleudert in den USA sein Flaggschiff-Smartphone und frühere Zukunftshoffnung „Lumia 900“. Nur drei Monate nach der Markteinführung hat der strauchelnde Handyriese den Preis für sein erstes Windows -Smartphone mit der ultraschnellen 4G-Technik halbiert. Nokia-Sprecher Keith Nowak versicherte, eine Preissenkung sei nichts Ungewöhnliches. Samsung biete sein „Galaxy S II“ nun auch günstiger an. Das „Lumia“ wird von AT&T vertrieben und kostet nur noch 49,99 Dollar im Paket mit einem Zwei-Jahres-Vertrag.

Nokia verliert im lukrativen Smartphone-Markt immer mehr an Boden. Der Absatz des „Lumia“-Modells, mit dem die Finnen dem iPhone von Apple und dem Galaxy von Samsung Konkurrenz machen wollten, läuft sehr schleppend. Nokia gibt am Donnerstag Einblick ins abgelaufene Quartal. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern im Handygeschäft seinen Verlust auf 236 Millionen Euro ausweitet. Im ersten Quartal hatte der Fehlbetrag bei 127 Millionen Euro gelegen.

Die Nokia-Aktie gab am Montag mehr als drei Prozent auf unter 1,50 Euro nach. Seit November 2007 verlor der Kurs fast 95 Prozent.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass die finnische Regierung dem taumelnden Handyriesen mit Aktienkäufen unter die Arme greifen könnte. So solle das finnische Unternehmen vor einer Übernahme durch einen ausländischen Konzern geschützt werden. Ministerpräsident Jyrki Katainen bestritt dies jedoch vehemend: „Wir wollen Finnland zu einem Land machen, in dem Unternehmen gut arbeiten können, aber dies ist nicht der Weg der Unterstützung, den die Regierung gehen will.“

Die Regierung hält allerdings bereits Anteile an Unternehmen, die als besonders wichtig für die nationalen Interessen gelten, wie etwa Firmen aus der Holz- und der Chemiebranche. Zudem ist der Staat Mehrheitseigner an der angeschlagenen Fluggesellschaft Finnair und an dem Energiekonzern Fortum.

Nokia war in Zeiten einfacher Handys profitabler Weltmarktführer, hat den Übergang zu den Smartphone-Alleskönnern aber weitgehend verpasst. Seit Jahren kämpfen die Finnen eher vergeblich gegen die Dominanz von Apple und Samsung an. Vergangene Woche hatte der Konzern mitgeteilt, seinen Job-Kahlschlag mit dem Abbau weiterer 10.000 Stellen zu verschärfen. Dabei soll auch der Standort Ulm mit 730 Mitarbeitern geschlossen werden.

Nokia hat damit seit Anfang 2011 die Streichung von rund 40.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Zeitgleich mit den neuen Plänen zum Jobabbau gab Nokia die zweite Gewinnwarnung binnen neun Wochen heraus. Die Firma steht seit längerem unter Druck, das Ruder herumzureißen. Gebe es keine echte Trendwende in der zweiten Jahreshälfte, würden die Zweifel an Nokias Zukunft wachsen, warnten Experten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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TimTalerJr

16.07.2012, 15:35 Uhr

49,99 USD bei Abschluss eines 2-Jahresvertrags? Was ist denn da so billig? Von Verramschen kann ja da keine rede sein. So isses doch in Deutschland auch nicht anders. Ohne Vertrag kostet es dort auch 499 USD. Ein "normaler" Preis. Ein schwach recherchierter Artikel!

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