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24.01.2017

09:44 Uhr

Smartphone-Marktführer

Samsung steigert Gewinn trotz Galaxy-Pleite

Speicherchips und Bildschirme haben Samsung über das Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7 hinweggeholfen. Das südkoreanische Unternehmen konnte im vergangenen Quartal seinen Gewinn deutlich steigern.

Der Gewinn ist auch in der Mobile-Sparte gestiegen, wie der Smartphone-Marktführer mitteilt. dpa

Samsung

Der Gewinn ist auch in der Mobile-Sparte gestiegen, wie der Smartphone-Marktführer mitteilt.

SeoulTrotz des Debakels um brennende Akkus bei seinem Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 hat Samsung im vierten Quartal 2016 den Gewinn mehr als verdoppelt. Der Überschuss sei auf 7,1 Billionen Won (5,7 Milliarden Euro) gestiegen, teilte der Smartphone-Marktführer am Dienstag mit. Dazu trugen vor allem die glänzenden Geschäfte mit Speicherchips und Bildschirmen bei. Aber auch in der Mobil-Sparte sei das Ergebnis dank robuster Verkäufe anderer Smartphone-Premiummodelle einschließlich des Galaxy S7 und S7 Edge gestiegen, hieß es.

Der Umsatz blieb in den Monaten Oktober bis Dezember mit 53,3 Billionen Won nahezu unverändert. Der operative Gewinn überstieg erstmals seit mehr als drei Jahren wieder die Schwelle von neun Billionen Won.

Für das Gesamtjahr 2016 verdiente Samsung den eigenen Angaben zufolge unterm Strich 22,73 Billionen Won, das war ein Anstieg um 19 Prozent. Die Umsatzerlöse kletterten leicht auf fast 201,9 Billionen Won.

Wie Samsungs Debakel mit dem Galaxy Note 7 immer größer wurde

2. August 2016

Samsung stellt das „Phablet“ mit der Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll vor. Das Vorzeigemodell soll im oberen Preissegment punkten, in dem Apple mit seinem iPhone stark ist. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet später, Samsung habe sich beeilt, es deutlich vor dem September-Marktstart des iPhone 7 auf den Markt zu bringen.

19. August

Das Galaxy Note 7 kommt in mehreren Ländern in den Handel. Nach und nach gibt es Berichte von Nutzern über brennende oder zumindest überhitzte Telefone. Ein Überblick über das Ausmaß des Problems fehlt zunächst.

2. September

An dem Tag, an dem das Note 7 unter anderem auch in Deutschland breit in den Handel kommen sollte, gibt Samsung eine weltweite Umtauschaktion bekannt. Zunächst ist von 35 bestätigten Zwischenfällen die Rede.

8. September

Die US-Flugaufsicht FAA und dann auch ihr europäisches Pendant EASA verbieten, Geräte des Modells in Flugzeugen zu nutzen oder aufzuladen. Sie dürfen auch ausgeschaltet nicht ins aufgegebene Gepäck.

16. September

In den USA gibt es auch einen offiziellen Rückruf über die Verbraucherschutz-Behörde CPSC. Dabei werden deutlich mehr Fälle bekannt. Allein in dem Land seien demnach 26 Verbrennungen und 55 Fälle von Sachbeschädigung gemeldet worden.

19. September

Samsung leitet den Austausch der Geräte ein. Zugleich wird der Verkauf von Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio. Euro) bekannt. Die Kosten des Rückrufs für Samsung werden auf mindestens eine Milliarde Dollar (rund 900 Mio. Euro) geschätzt.

22. September

Die südkoreanische Behörde für Technologie und Standards (KATS) fordert von Samsung vor der Wiederaufnahme des Verkaufs zusätzliche Sicherheitsprüfungen. Unter anderem solle jede Batterie für das Gerät einem Röntgentest unterzogen werden.

27. September

Samsung kündigt an, dass das Note 7 in Europa am 28. Oktober wieder regulär in den Handel kommen soll.

5. Oktober

Ein gerade ausgeschaltetes Note 7-Gerät in einem Flugzeug, das vor dem Abflug noch am Gate steht, gerät in Brand. Nach Darstellung des Besitzers ist es bereits ein Austauschgerät.

9. Oktober

Es werden vier weitere Fälle bekannt, in denen US-Verbraucher von Bränden mit Ersatzgeräten berichten. Zwei davon füllten demnach in der Nacht ein Schlafzimmer mit Rauch. Ein Telefon soll sich in den Händen eines 13-jährigen Mädchens in einer Schule entzündet haben. Die Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon und T-Mobile US geben an ihre Kunden gar keine Note 7 mehr heraus.

11. Oktober

Innerhalb weniger Stunden stoppt Samsung erst den Verkauf der Geräte und gibt dann bekannt, dass die Produktion komplett eingestellt wird. Verbraucher werden aufgefordert, auch die Ersatzgeräte nicht mehr zu benutzen und zurückzugeben - oder gegen andere Modelle einzutauschen.

23. Januar 2017

Nach monatelangen Untersuchungen stellt Samsung seinen Bericht vor. Demnach gab es zwei verschiedene Fehler in den ersten Batterien und den Akkus der Austauschgeräte. Das Design des Smartphones selbst sei nicht das Problem gewesen.

Für 2017 prognostizierte der Apple-Konkurrent, der auch Marktführer bei Speicherchips und Fernsehern ist, weitere Gewinnzuwächse. Der Konzern warnte aber zugleich vor Unwägbarkeiten. „Wir müssen uns der Unsicherheiten im politischen und geschäftlichen Umfeld im In- und Ausland bewusst sein, die uns bei der Umsetzung der mittel- und langfristigen Unternehmensstrategien Probleme bereiten können“, sagte Vizepräsident Robert Yi.

Die Samsung-Gruppe, deren Flaggschiff Samsung Electronics ist, war zuletzt auch durch die Verwicklung in einen Korruptionsskandal um eine Vertraute der vorläufig entmachteten Staatspräsidentin Park Geun Hye in die Negativschlagzeilen geraten. Mehrere Spitzenmanager, darunter auch der De-facto-Chef der Gruppe und Vizevorsitzende der Elektronik-Tochter, Lee Jay Yong, wurden in dem Skandal von Ermittlern vernommen. Die Untersuchungen gegen den Konzern dauern an.

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