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11.04.2012

15:53 Uhr

Smartphone-Offensive

Nokia schockiert Anleger mit Gewinnwarnung

Nokia rutscht tiefer in die Krise: Im ersten Quartal hat der Handy-Weltmarktführer das Gewinnziel verfehlt. Und auch das Comeback im Smartphone-Markt mit der Lumia-Serie ist gehörig misslungen. Die Aktie bricht ein.

Das neue Lumia 900 hat einen Softwarefehler - und Nokia ein Riesenproblem. Reuters

Das neue Lumia 900 hat einen Softwarefehler - und Nokia ein Riesenproblem.

Helsinki/EspooNokia kann seine Smartphone-Offensive weiterhin nicht in gute Zahlen ummünzen. Der Handy-Weltmarktführer gab am Mittwoch überraschend bekannt, dass im ersten Quartal die angepeilten Gewinnziele verfehlt wurden. Die Aktie brach zeitweise um 18 Prozent auf 3,10 Euro ein.

Das Nokia-Kerngeschäft mit Mobiltelefonen steckt in roten Zahlen fest. Der Konzern gab bekannt, dass die operative Gewinnmarge - das Verhältnis von Umsatz und Ergebnis - im vergangenen Quartal bei minus drei Prozent lag statt der angepeilten Null-Linie. Im zweiten Quartal werde sie bestenfalls gleich oder noch niedriger sein.

Analyst Mikael Rautanen von Inderes sagte, die Gewinnwarnung sei überraschend massiv ausgefallen. „Ich hätte gedacht, dass der Rückgang im zweiten Quartal gestoppt würde, aber jetzt sieht es so aus, als ob das erste Quartal furchtbar war und das zweite noch schlimmer wird“, sagte der Experte. Die Finnen legen am Donnerstag in der nächsten Woche offiziell die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal vor.

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Nokia will mit dem neuen Lumia 710 den Smartphone-Markt in der unteren Preisklasse aufmischen. Anders als früher muss sich dieses Windows-Phone vor dem iPhone und den Android-Geräten nicht mehr verstecken.

Nokia versucht gerade ein Comeback im Smartphone-Markt mit neuen Geräten auf Basis des Microsoft-Betriebssystems Windows Phone. Im ersten Quartal wurde zwei Millionen solcher Geräte verkauft, teilte Nokia jetzt mit. Zum Vergleich: Apple setzte im Weihnachtsquartal 37 Millionen seiner iPhones ab.

Um die Trendwende zu schaffen, haben die Finnen ihr eigenes Handy-Betriebssystem Symbian aufgegeben. Doch die Umstellung auf die Microsoft-Variante läuft holprig. Experten sagten, der Wechsel sei mit für das schwache Geschäft verantwortlich, deswegen werde dies vorüber gehen, andere wiesen darauf hin, dass die Lumia-Modelle günstiger auf den Markt gekommen seien als in der Branche erwartet.

„Der Punkt ist, selbst mit einer aggressiven Preisstrategie können sie die fehlende Nachfrage nach Symbian-Geräten nicht mehr ausgleichen“, sagte Analyst Thomas Langer von der WestLB.

Kommentare (3)

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roluebb

11.04.2012, 18:09 Uhr

Wer den „High technology standard“ Standort Deutschland verlässt, um in Billigländern billig herzustellen, muss sich nicht wundern wenn alles billiger wird!

Nutzer

11.04.2012, 21:25 Uhr

Ich halte die Einführung von MS-Windows als Symbian-Nachfolger für einen riesen Fehler. Wie eine gute Hardware Strategie aussieht demonstrieren Samsung und Apple, demnächst auch Google mit Motorola!

YeahYeahYeah

11.04.2012, 23:49 Uhr

Entwicklungsstandort Deutschland hätte damals ausgebaut und nicht niedergerissen werden sollen.

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