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29.05.2015

12:51 Uhr

Smartphone-Technik

Boom um Anbieter von Fingerabdruck-Sensoren

Fingerabdruck-Sensoren für Handys gelten als nächster großer Trend. Vor allem zwei schwedische Elektronikkonzerne profitieren von dem Boom. Beide Aktien schießen an der schwedischen Börse in die Höhe.

Ein Boom um Fingerabdruck-Sensoren bei Smartphones beflügelt die Aktien zweier schwedischer Hersteller. dpa

Entsperren per Daumenabdruck

Ein Boom um Fingerabdruck-Sensoren bei Smartphones beflügelt die Aktien zweier schwedischer Hersteller.

FrankfurtDie Hoffnung auf einen reißenden Absatz von Fingerabdruck-Sensoren für Smartphones hat die beiden schwedischen Anbieter Fingerprint Cards und Precise Biometrics am Freitag erneut beflügelt. Fingerprint Cards bauten an der Stockholmer Börse ihr knapp 20-prozentiges Vortagsplus um 13 Prozent aus und markierten mit 133,50 Kronen den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch.

Precise Biometrics gewannen ähnlich stark und kosteten mit 2,19 Kronen immerhin so viel wie zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren. Dabei wechselten in beiden Fällen innerhalb der ersten 15 Handelsminuten bereits mehr Papiere den Besitzer als an einem gesamten Durchschnittstag.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Auslöser dieses Höhenflugs ist die Vorstellung der kommenden Version des Smartphone-Betriebssystems durch Google. „Android M“ soll Fingerabruck-Sensoren, mit denen sich Handys ohne Eingabe einer Pin entsperren lassen, unterstützen. Fingerprint Cards hat nach eigenen Angaben bei der Entwicklung dieses Android-Features mit Google zusammengearbeitet. Das schwedische Unternehmen erhofft sich ab der zweiten Jahreshälfte 2015 eine steigende Nachfrage nach Fingerabdruck-Sensoren.

Von

rtr

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