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19.09.2013

13:41 Uhr

Smartphone-Wachstum

Die App-Ökonomie boomt

VonChristof Kerkmann

Eine App für jede Lebenslage: Dank des Smartphone-Booms wächst der Umsatz mit den kleinen Anwendungen in den nächsten Jahren kräftig. Dabei gewinnt ein Geschäftsmodell an Bedeutung: Verschenken.

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DüsseldorfErst verschenken, dann kassieren: Dieses Geschäftsmodell gewinnt für die Entwickler von Smartphone-Apps immer mehr an Bedeutung. Nach einer Prognose des Marktforschers Gartner werden Käufe innerhalb – häufig kostenloser – Anwendungen in den nächsten Jahren die größte Einnahmequelle. „Sie werden zu einem sehr wichtigen Instrument für die Entwickler und App-Plattformen“, sagte Gartner-Analystin Sandy Shen im Gespräch mit Handelsblatt Online. So bieten viele Spiele-Entwickler die Software zunächst kostenlos an, kassieren aber später für Extras.

Der globale Smartphone-Boom treibt die App-Ökonomie an. Nach Einschätzung der Marktforscher werden in diesem Jahr 102 Milliarden Anwendungen heruntergeladen, 2017 sollen es 268 Milliarden sein. Der Umsatz mit den Zusatzprogrammen steigt laut der Prognose von 26 auf 77 Milliarden Dollar (siehe Tabelle).

Dabei spielen die programminternen Käufe (In-App Purchases) künftig die wichtigste Rolle, sie sorgen 2017 für 37 Milliarden Dollar Umsatz. Damit übertreffen sie bezahlte Downloads, die dann 29 Milliarden Dollar einbringen sollen. Werbung wird laut der Prognose rund 11 Milliarden Dollar beisteuern.

Jahr20132017
Heruntergeladene Apps102 Milliarden268 Milliarden
Umsatz mit Bezahl-Apps20 Mrd. Dollar29 Mrd. Dollar
Ausgaben in Apps4,6 Mrd. Dollar37 Mrd. Dollar
Umsatz mit Werbung1,9 Mrd. Dollar11 Mrd. Dollar
Gesamt26,5 Mrd. Dollar77 Mrd. Dollar
(Quelle: Gartner)

Dass die Entwickler sich zu dem neuen Geschäftsmodell hinwenden, kommt nicht von ungefähr: Mit dem Verkauf von Apps verdienen die Entwickler vergleichsweise wenig. Ein Großteil der heruntergeladenen Anwendungen sind kostenlos – bei der Apple-Plattform App Store sind es 60 Prozent, bei der Google-Plattform Google Play sogar 90 Prozent. Auch mit den zahlbereiten Nutzern verdienen die Anbieter wenig, 90 Prozent der gekauften Apps kosten 2,99 Euro oder weniger.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Die Computerspiele-Branche macht bereits vor, wie Entwickler innerhalb von Apps Geld verdienen können: Viele Titel werden kostenlos angeboten, Nutzer müssen aber kleine Beträge zahlen, um schneller voranzukommen oder ihre Spielfigur aufzurüsten. „Immer mehr Entwickler außerhalb der Spielebranche übernehmen dieses Geschäftsmodell“, sagt Gartner-Analystin Sandy Shen. So könne ein Anbieter von Textverarbeitungssoftware eine kostenlose Basisversion anbieten und für fortgeschrittene Funktionen Geld verlangen.

Kommentare (6)

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HIGHLANDER

19.09.2013, 14:04 Uhr

Man muss anmerken, dass man nie irgendwas kostenlos bekommt. Die vermeindlich kostenlosen Apps nerven einen so gewaltig mit Werbung bzw. Kauf von Punkten und was der Teufel noch was, dass ich diesen Schrott schon längst gelassen habe. Der Kunde wird als Zahlvieh missbraucht!!! Leider checken das die wenigsten.

Account gelöscht!

19.09.2013, 14:36 Uhr

Sind es wirklich die Entwickler die durch das Geschäftsmodell des In-App-Verkaufs Geld verdienen? Während jeder eine App entwickeln und beinahe kostenlos vertreiben kann, verlangt der In-App-Verkauf doch Strukturen, die von einem einzelnen Entwickler mit ein paar guten Ideen kaum verwaltet werden können.

Apple und Google suggerieren, dass jeder seinen Teil vom Kuchen abhaben kann. Letztendlich verdienen aber nur wenige potente Firmen an den Apps und nicht die Entwickler.

Account gelöscht!

19.09.2013, 14:37 Uhr

Wobei es doch legitim ist, dass die Entwickler Geld verdienen wollen! Oder sehen Sie das anders? Wenn es eine Gratisversion gibt, können Sie zumindest schauen, ob Ihnen die App gefällt.

Christof Kerkmann, Handelsblatt

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