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11.08.2011

15:39 Uhr

Smartphones im Vorteil

Android und iPhone drängen Nokia in die Ecke

iPhone und Android schnüren dem einstig unangefochtenen Marktführer Nokia die Luft immer weiter ab. Die Finnen haben den Umbruch im Handy-Markt verschlafen und müssen jetzt die Zeche dafür zahlen.

Ein Android Handy und ein iPhone. Quelle: AFP

Ein Android Handy und ein iPhone.

EghamDer immer schnellere Vormarsch der Smartphones setzt dem langjährigen Handy-Marktführer Nokia schwer zu. Vor allem Computer-Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android und Apples iPhone nehmen den europäischen Vorreiter in die Zange. Im zweiten Quartal habe der Marktanteil der Finnen nur noch 22,8 Prozent betragen, errechnete das Marktforschungsunternehmen Gartner. Im früheren Jahren kamen bis zu 40 Prozent aller Handys weltweit von Nokia, vor einem Jahr waren es noch gut 30 Prozent.

Das sind Werte, zu denen auf absehbare Zeit kein Weg zurück führt. Kunden, die erst einmal in einem Smartphone-Ökosystem landen, sind nur schwer zu einem Wechsel zu bewegen, betonte Gartner-Analystin Roberta Cozza am Donnerstag. Die Bindung an eine Plattform wie Android oder die iOS-Welt des iPhone sei deutlich stärker als früher bei einzelnen Handy-Marken. Es gehe nicht nur um Besonderheiten der Bedienung, sondern auch um gekaufte Apps und möglicherweise auch das Zusammenspiel mit weiteren verwandten Geräten wie Tablet-Computer.

Das Problem von Nokia sei, dass die neuen Smarpthones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2012 in großem Umfang auf den Markt kommen dürften, sagte Cozza. „Das ist eine sehr lange Zeit für diese Branche“ - und die Wettbewerber dürften sich auf bis dahin erobertem Neuland festsetzen.

Der unverteilte Markt ist noch groß: Aktuell ist nach Zahlen von Gartner erst jedes vierte verkaufte Handy ein Smartphone. Doch das Wachstumstempo ist enorm: Im zweiten Quartal schoss der Absatz der Computer-Telefone um 74 Prozent auf knapp 108 Millionen Geräte hoch. In vier Jahren dürfte bereits jedes zweite weltweit verkaufte Handy ein Smartphone sein, für entwickelte Märkte wie Westeuropa rechnen die Marktforscher sogar mit einem Anteil von 85 Prozent.

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