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22.02.2016

19:00 Uhr

Smartwatch „Dial“

Will.i.am will das Smartphone überflüssig machen

VonIna Karabasz

Neuster Clou des Musikers Will.i.am: Nach seinem Millionenerfolg mit den Beats-Lautsprechern hat der Sänger der Black Eyed Peas eine smarte Uhr entwickelt. Vermarktet wird sie von der Deutschen Telekom.

Die Smartwatch funktioniert ohne Smartphone. Schröder Schömbs PR

The Dial

Die Smartwatch funktioniert ohne Smartphone.

BarcelonaVor Jahren hätten Fotos wie dieses nicht in das Bild gepasst, das viele von der Deutschen Telekom hatten. Claudia Nemat, Europa- und Technikvorstand des Konzerns, posiert auf dem Mobile World Congress gemeinsam mit dem Sänger Will.i.am, der sonst Lieder wie „Ghetto Ghetto“, „Bang Bang“ oder „Hot Wings“ singt, vor einer magentafarbenen Wand. Hätten diese beiden Lebenswelten früher noch wie Graubrot neben Donut gewirkt, ergibt sich nun ein fast harmonisches Bild.

Das liegt allerdings nicht nur am betont agilen Auftreten der Telekom in den letzten Jahren, sondern auch daran, dass Will.i.am nicht nur Sänger, sondern auch erfolgreicher Unternehmer ist. Er, der mit richtigem Namen William Adams heißt, ist Mitgründer des Kopfhörer- und Lautsprecheranbieters Beats, den Apple vor rund zwei Jahren für drei Milliarden Dollar gekauft hat. Wie hoch der Anteil von Adams dabei ist, ist nicht bekannt. Aber offensichtlich reichte es aus, um eine neue Idee zu finanzieren.

Der Bonner Konzern vertreibt die neue Smartwatch des Musikers Will.i.am (rechts). PR

Telekom-Präsentation in Barcelona

Der Bonner Konzern vertreibt die neue Smartwatch des Musikers Will.i.am (rechts).

Denn Will.i.am hat etwas mitgebracht nach Barcelona, wo er nun gemeinsam mit Claudia Nemat auf der Bühne steht. Etwas, von dem Nemat erklärt, er habe gesagt, sie soll es nicht Smartwatch nennen, weil es der Sache nicht gerecht würde.

Dann übernimmt der Sänger. Er zeigt eine Uhr – die sich im Design angenehm an einem Armreif orientiert – und beginnt mit ihr zu sprechen. Die „Dial“ hat eine Sprachsteuerung, der die Entwickler den Namen „Aneeda“ gegeben haben. Allerdings stecke dahinter nicht nur eine Sprachsteuerung, sondern ein eigens entwickeltes Betriebssystem, erklärt Adams. Und: Die Uhr funktioniere ohne Smartphone. Im Gegenteil, sie habe eines integriert. In dem Gerät steckt eine SIM-Karte, über die es sich mit dem Internet verbindet und mit der man telefonieren kann.

Das ist eines der Hauptargumente des Sängers und Unternehmers: Andere Hersteller hätten Smartwatches immer als Begleitung von Smartphones verstanden, sagt er und benutzt eine Metapher, um seine Idee zu erklären: Früher hätte man lange versucht, Kutschen leichter zu machen und schneller zu machen. Aber immer hätte weiter vorne ein Pferd gestanden, der sie hat ziehen müssen. Dann seien Autos gekommen, die die Pferdestärken integriert und damit die Kutschen abgelöst hätten.

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Doch kann eine Uhr, mit einem deutlich kleineren Bildschirm und damit eingeschränkteren Möglichkeiten, wirklich ein Smartphone ablösen? Der Clou, glaubt Will.i.am, steckt nicht nur in der Unabhängigkeit, sondern auch in „Aneeda“ – das Betriebssystem hat eine künstliche Intelligenz. Sie soll die Persönlichkeit ihres Trägers lernen und auf kurze Nachfrage diverse Probleme dessen Alltags lösen, wie etwa den Weg erklären.

Um die Sicherheit ihrer Daten sollen sich die Kunden aber keine Gedanken machen müssen. Die Uhr verfüge über einen 32 Gigabyte-Speicher, damit müssten Daten gar nicht zwangsläufig übertragen werden.

Noch ist die Uhr nicht auf dem Markt. „Im Laufe des Jahres“ soll sie in Europa erhältlich sein - und zwar in den Märkten der Deutschen Telekom. Die hat der Sänger als exklusiven Vermarkter für die Uhr ausgewählt, was die Bonner besonders freut. „Die Zusammenarbeit mit i.am+ (die Firma von Will.i.am) unterstreicht unsere Rolle als Motor und Entwicklungspartner für innovative Produkte und Services", lässt sich der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Timotheus Höttges, zitieren.

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