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05.09.2014

10:19 Uhr

Smartwatch Moto360

Motorola versucht es mit Stil

VonAxel Postinett

Das dürfte Apple nicht gefallen: Motorola bringt nur wenige Tage vor dem Start der iWatch seine eigene Smartwatch heraus. Die Moto360 soll das Tragen von Uhren endgültig revolutionieren.

Die neue Smartwatch von Motorola: Moto360 heißt das moderne Teil, mit dem man sogar kochen kann. AP

Die neue Smartwatch von Motorola: Moto360 heißt das moderne Teil, mit dem man sogar kochen kann.

San FranciscoGoogle schlägt ein letztes Mal zurück: Nur wenige Tage vor dem erwarteten Start von Apples iWatch und dem nächsten iPhone am 9. September startet die Google-Tochter Motorola den Verkauf seiner eigenen Smartwatch Moto360. Sie steht seit heute auf der Webseite von Motorola und in Googles Online-Shop für 249 Dollar bereit. Es ist der letzte Schlag Googles gegen Apple bevor der Verkauf der einstigen Mobilfunk-Legende Amerikas an den chinesischen Lenovo-Konzern vollzogen sein wird.

Eine kleine Bewegung bringt Leben in den kleinen Bildschirm der eleganten Runduhr im Stahlgehäuse. Der typische kleine Schwenk des Handgelenks, um die Uhrzeit auf einer Armanduhr abzulesen, erweckt das dunkle schwarz selbsttätig zu einer formatfällenden Zeitanzeige. Senkt man das Handgelenk wieder, verdunkelt sich die Anzeige nach wenigen Sekunden wieder.

Das ist nur ein kleines Detail der bis heute wohl am besten durchdachten und gestylten Smartwatch der Welt. Während die Wettbewerber mit eher klobig quadratischen Angeboten das Interesse der Kunden wecken wollen, geht es bei Motorola rund. Darum hat es auch so lange gedauert, erklärt ein Repräsentant des Unternehmens auf Anfrage, und hält einen frühen eckigen Prototype in die Höhe. Alles wurde noch einmal eingestampft und sämtliche Bauteile und Platinen von Grunde auf neu gestaltet. Der typische Bildschirm in der Digitalindustrie ist eben eckig.

Geschichte von Motorola

Anfänge mit Autoradios

Der Vorläufer von Motorola, GMC, baute ab den 1920er Jahren Autoradios. Die Umbenennung in den heutigen Namen erfolgte 1947. Später entwickelte das Unternehmen auch Funkeinrichtungen. Die Halbleitersparte gliederte das Unternehmen in den 2000er Jahren aus.

Erster Handyhersteller

Vor 30 Jahren brachte Motorola das erste kommerziell verfügbare Mobiltelefon auf den Markt, das DynaTAC. Zehn Jahre darauf folgte als eines der ersten GSM-Handys das International 3200, das als „Knochen“ in die Geschichte einging. Auch die Razr-Klapphandys hatten viele Fans. In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen allerdings immer mehr ins Hintertreffen.

Aufspaltung in Mobility und Solutions

2011 spaltete sich Motorola in zwei eigenständige Unternehmen auf. Motorola Mobility stellte Mobiltelefone her, Motorola Solutions diente Geschäftskunden.

Neuanfang mit Android

Um den Trend zum mobilen Internet nicht komplett zu verpassen, nutzte Motorola das Betriebssystem Android – wie auch viele Konkurrenten. Der US-Konzern baute zwischenzeitlich außerdem Tablets wie das positiv bewertete, aber kommerziell nicht besonders erfolgreiche Xoom.

Erst Google, dann Lenovo

Mit seinem Betriebssystem Android ist Google ein wichtiger Anbieter im Smartphone-Markt – 2012 stieg der Konzern auch ins Hardware-Geschäft ein: Er übernahm Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar, nicht zuletzt, um mit den Patenten Klagen gegen seine Software abzuwehren. Anfang 2014 kündigte der Konzern indes an, die Smartphone-Herstellung an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo zu verkaufen.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Auf den einschlägigen Webseiten ist die Moto360 mit attraktivem Lederarmband aus einer 109 Jahre alten Ledermanufaktur in Chicago - neben der ominösen iWatch von Apple - das meist begehrte Gadget des Jahres. Die Software hinter der Moto360 ist, wenig überraschend, Android Wear der Noch-Mutter Google. Eine abgespeckte Version des Smartphone-Betriebssystems, um besser mit schwächeren, stromsparenden Prozessoren klarzukommen.

Eine Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone mit mindestens Android 4.1. ist nach Download der Andriod-Wear-App schnell aktiviert. Das setzt eine Anzahl zusätzlicher Funktionen frei. Dazu gehören Notizen im Kalender, Websuche per Sprache mit „Google Now“, das sich auch als persönlicher digitaler Assistent anbietet.

Es gibt Sensoren zur Messung der Herzfrequenz und der zurückgelegten Schritte. Das ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil in einer von Fitness getriebenen Lifestyle-Industrie. Beide Sensoren stehen auch zur Verfügung, wenn kein Smartphone verbunden ist. Eine App speichert auf Wunsch die Daten und hält Auswertungen bereit. Zusätzliche Apps, wie etwa Facebook, das Konkurrenz-Netzwerk Omlet oder die Mitfahr-Vermittlung Lyft stehen im Appstore bereit.

Kommentare (3)

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Herr Kurt Küttel

05.09.2014, 10:33 Uhr

Um Gottes Willen. Smartphone, smartwatch etc., ein guter Grund nicht jeden Scheiss mit zu machen. Eine OMEGA am Handgelenk macht mehr her und braucht keinen Strom. Ich muss auch meine Schritte nicht zählen, mehr Sport und gesünder Essen, dann nimmt man auch ab.

Account gelöscht!

05.09.2014, 10:50 Uhr

Nichts geht über eine Automatikuhr.Ob da jetzt OMEGA, BREITLING oder ROLEX draufsteht ist mir Jacke wie Hose.

Herr Franz Kittel

05.09.2014, 18:58 Uhr

Sage nicht Uhr, sage Rolex.

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