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27.02.2015

14:04 Uhr

Social-Media-Barometer

Drillisch dreht bei Dividende auf

Der Mobilfunkanbieter Drillisch legt gute Zahlen vor und erhöht die ohnehin starke Dividende. Damit steht das Unternehmen in der Branche nicht allein. Und sorgt für Gesprächsstoff im Netz.

TecDax-Konzern Drillisch gönnt seinen Aktionären mehr. dpa - picture-alliance

Mehr Dividende

TecDax-Konzern Drillisch gönnt seinen Aktionären mehr.

DüsseldorfMobilfunkanbietern scheint es in Deutschland nicht schlecht zu gehen. Diesen Rückschluss lässt zumindest der Blick auf aktuelle Zahlen der börsennotierten Konzerne zu. Gerade der Blick auf die Dividendenausschüttung sieht im Technologie-Index TecDax vor allem die Telekommunikationsbranche vorn. Namentlich sind das Freenet, Telefonica Deutschland – und Drillisch.

Der Mobilfunkanbieter, der ohne eigenes Netz auskommt und Kapazitäten der Betreiber vermarktet, hatte 2014 mehr Kunden, mehr Umsatz und mehr Gewinn zu verzeichnen. Erfolgsrezept sind über verschiedene Marken angebotene Tarife im Niedrigpreissegment. Im vierten Quartal 2014 stieg das operative Ergebnis (Ebitda) so um 10,3 Prozent auf 20,6 Millionen Euro.

Entscheidend für Anleger, und damit auch der entscheidend für ein Aktivitätsplus von 207 Prozent im Social Media Barometer des Handelsblatts, ist die Ankündigung, die Dividende von bisher 1,60 Euro auf 1,70 Euro pro Anteil zu erhöhen. Nicht nur Aktionäre diskutieren darüber in den sozialen Netzwerken, auch Branchendienste und Plattformen nehmen die Nachricht auf.

Was die Fusion von E-Plus und O2 für den Kunden bedeutet

Worum geht es?

Die niederländische KPN verkauft ihre Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland. Das wurde bereits im Juli 2013 angekündigt. Telefónica Deutschland gehört seinerseits zum spanischen Telefónica-Konzern und bietet vor allem die Mobilfunk-Marke O2 an. „Das neue Unternehmen wird erhebliche Größen- und Effizienzvorteile erzielen“, erklärte Telefónica Deutschland am Mittwoch. Abgeschlossen sein soll der Kauf voraussichtlich bis Ende September.

Wie viele Mobilfunkanbieter gibt es jetzt noch?

Von den großen Anbietern, die ein eigenes Mobilfunknetz besitzen, gibt es in Deutschland künftig nur drei statt vier. Neben Telefónica Deutschland sind dies die Deutsche Telekom und Vodafone. Allerdings gibt es noch viele weitere Mobilfunkmarken. Sie gehören entweder auch zu diesen großen Konzernen oder zu anderen Anbietern. Diese Anbieter leihen sich sozusagen das Netz von den Großen und bieten dann den Endkunden eigene Verträge an. Außerdem könnte sich künftig nach Einschätzung der EU-Kommission auch wieder ein weiterer Anbieter mit eigenem Netz etablieren.

Was bedeutet der Wegfall eines so großen Unternehmens?

Die EU-Kommission hatte bei der Fusion zunächst Bedenken. Sie befürchtete, die Konzentration könne dazu führen, dass sich die verbleibenden Firmen nicht mehr so hart bekriegen - was für die Kunden schlecht wäre, die gerade vom Wettbewerb Vorteile haben. Deshalb hat die EU-Behörde eine ganze Reihe Auflagen für die Fusion gemacht. Dazu gehört zum Beispiel, dass Telefónica 30 Prozent der Netzkapazitäten des neuen Unternehmens verkaufen muss.

Reichen die Auflagen aus?

Die EU-Kommission sagt Ja: „Verbraucher werden weiterhin in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen“, kündigte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia an. Der auf die Branche spezialisierte Professor Torsten J. Gerpott von der Universität Duisburg-Essen hält die Auflagen dagegen für ungenügend. Sie dienten als „Deckmäntelchen“ für eine industriefreundliche und verbraucherfeindliche Politik der Kommission, sagte er AFP. Auch Ilja Braun von der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt: „Eine Konzentration im Markt birgt für Verbraucher immer Gefahren.“

Steigen jetzt die Preise?

Das ist nicht ausgeschlossen. Zwar seien kurzfristig keine Preissteigerungen zu befürchten, glaubt Gerpott. Er verweist aber zugleich auf Österreich, wo es vor 18 Monaten eine vergleichbare Übernahme gab. Dort seien „die Preise nicht mehr so schnell gefallen und zum Teil sogar gestiegen“. Das könnte mittelfristig auch in Deutschland passieren, meint der Wirtschaftsprofessor. Telefónica äußert sich nicht konkret zu Preisen. In einer Erklärung versichert das Unternehmen aber, „den Markt mit innovativen Produkten und Services (...) noch stärker herauszufordern.“

Ändern sich die bestehenden Mobilfunk-Verträge?

Bei bereits abgeschlossene Verträgen besteht kein Grund zur Sorge. „Bestehende Verträge ändern sich nicht“, sagte ein Sprecher von Telefónica Deutschland.

Verschwindet E-Plus jetzt ganz?

Ob die Marke E-Plus bestehen bleibt oder verschwindet, das lässt sich laut Telefónica Deutschland noch nicht sagen. Dafür müsse erst der Abschluss der Übernahme abgewartet werden.

Was kann noch passieren?

Denkbar sind laut Verbraucherschützer Braun, dass einige Billigmarken wegfallen, die bisher unter dem Dach von E-Plus und Telefónica angeboten werden. Ferner könnten auch Läden geschlossen werden. „Es macht keinen Sinn, dann einen O2-Laden neben einem E-Plus-Laden zu haben“, sagte Braun.

Der Mobilfunkanbieter gab gleichzeitig einen guten Ausblick – die Dividende soll mindestens stabil bleiben, im laufenden Jahr liege man im Rahmen der Erwartungen. Das würde bedeuten: bis zu 100 Millionen Euro Gewinn. Dazu trägt neuerdings auch ein Teil bei, den Drillisch Telefonica Deutschland abgeluchst hat. Für die Marke „Yourfone“ soll ein zweistelliger Millionenbetrag geflossen sein. Seit Jahreswechsel gehört die Sparte zu den Maintalern.

Drillisch peilt 2015 starkes Wachstum in Deutschland an. Wesentlichen Anteil an den Plänen haben die Kartellbehörden. Die stimmten 2014 der Übernahme des Netzbetreibers E-Plus durch Telefonica Deutschland und die Fusion mit der Mobilfunktochter O2 zu. Eine Auflage: Drillisch darf bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten und rund 600 Filialen übernehmen.

Von

alm

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