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29.04.2015

14:34 Uhr

Software AG

Schwacher Euro bremst Gewinnrückgang ab

Der niedrige Euro-Kurs hat die hessische Software AG vor einem Gewinneinbruch bewahrt – statt um 17 sank der Vorsteuergewinn nur um 4 Prozent. Analysten sind positiv überrascht, der Aktienkurs der Darmstädter steigt.

Dem Unternehmen ist dank des schwachen Euro ein stärkerer Gewinneinbruch erspart geblieben. dpa

Software AG in Darmstadt

Dem Unternehmen ist dank des schwachen Euro ein stärkerer Gewinneinbruch erspart geblieben.

StuttgartDie Software AG hat den Rückgang beim Gewinn zu Jahresbeginn nur dank der Euro-Schwäche gebremst. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging im ersten Quartal um vier Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum auf 29,3 Millionen Euro zurück, wie das Software-Haus am Mittwoch mitteilte.

Ohne die Umrechnungsgewinne beim Geschäft außerhalb des Euro-Raums, das fast zwei Drittel ausmacht, wäre der operative Gewinn um 17 Prozent gesunken. Im Vorjahreswert ist allerdings noch das inzwischen verkaufte Geschäft mit Beratung für SAP-Software enthalten.

Die Aktie stieg dennoch um bis zu 3,4 Prozent und war damit Spitzenreiter im TecDax. Zum einen fielen die Quartalszahlen nicht so schlecht aus wie befürchtet. Zum anderen hatten die Darmstädter am Dienstagabend angekündigt, dass sie 7,9 Millionen eigene Aktien einziehen, wodurch sich das Grundkapital um gut neun Prozent reduziert. Das lässt die Anleger auf mehr Dividende hoffen. Zudem soll das Unternehmen bei der Hauptversammlung am 13. Mai zu weiteren Aktienrückkäufen ermächtigt werden.

Die für den Vorstand maßgebliche Steuerungsgröße, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, stieg um fünf Millionen Euro auf 48,1 Millionen Euro. Da der um das SAP-Geschäft bereinigte Umsatz von Januar bis März leicht auf 194 Millionen Euro zurückging, verbesserte sich die operative Rendite auf 25 Prozent.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit schwächeren Zahlen der Hessen gerechnet, die seit mehr als drei Jahren gegen den Gewinnschwund kämpfen. Für den Umsatz hatten sie 192 Millionen Euro und für das Ebit nur 26,8 Millionen Euro erwartet. Vorstandschef Karl-Heinz Streibich hob hervor, dass sich die Wartungsumsätze auf 100 Millionen Euro erhöhten, was den Anteil wiederkehrender Erlöse über 50 Prozent steigen ließ.

Die Software AG ist nach langem Zögern auf den Trend zu Mietsoftware über das Internet aufgesprungen und erhofft sich vom Cloud-Geschäft einen Schub. Die ersten wichtigen Produkte können die Kunden jetzt auch als Cloud-Version ordern. In den kommenden anderthalb Jahren soll das gesamte Portfolio erhältlich sein. „Das ist eine feste Zusage“, sagte Streibich.

Von

rtr

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