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18.12.2014

00:33 Uhr

Software-Branche

Für Oracle regnet es Umsatz aus der Cloud

Zuletzt machte Oracle Schlagzeilen mit Personalschachspielen und einem erbitterten Rechtsstreit mit SAP. Nun überrascht der Software-Konzern die Erwartungen der Börsianer - dank guter Zahlen aus dem Cloud-Geschäft.

Ein Verkehrszeichen vor dem Firmensitz von Oracle trägt das Logo des Softwarekonzerns. AFP

Ein Verkehrszeichen vor dem Firmensitz von Oracle trägt das Logo des Softwarekonzerns.

Redwood Shores/BangaloreEin kräftiges Wachstum im Cloud-Geschäft hat dem Softwarekonzern Oracle geholfen, im vergangenen Quartal die Erwartungen der Börse zu übertreffen.

Der Gewinn schrumpfte zwar in dem Ende November abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, blieb aber je Aktie betrachtet mit 0,56 Dollar unverändert.

Der Konzernumsatz legte im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu, wie Oracle nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Die Dienstleistungen im Internet hätten dabei um 45 Prozent zugelegt.

Geschäft mit Cloud-Diensten wächst

Ein Fokus liegt auf dem Geschäft mit Cloud-Software. Das Geschäft mit verschiedenen Cloud-Diensten stieg auf rund 516 Millionen Dollar. Der SAP-Konkurrent richtet das Geschäft aggressiv auf Cloud-Dienste aus, bei denen Software, Daten und Rechenleistung direkt auf dem Netz bereitgestellt werden.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Unterdessen läuft das Hardware-Geschäft schon seit Jahren schwierig. Zugleich gab es im vergangenen Quartal auch beim zentralen klassischen Indikator für das künftige Geschäft in der Branche - dem Verkauf neuer Software-Lizenzen einen Rückgang von rund vier Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar.

Im September übergab Oracle-Gründer Larry Ellison die Konzernführung an seine langjährigen Stellvertreter Mark Hurd und Safra Catz. Er spielt als Verwaltungsrats-Vorsitzender weiter eine gewichtige Rolle und ist als Technologiechef auch im operativen Geschäft aktiv.

Die Aktie rückte nachbörslich zeitweise um fast fünf Prozent vor. Am Markt waren etwas niedrigere Erlöse und noch weniger Gewinn erwartet worden.

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