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13.12.2013

11:47 Uhr

Software-Hersteller

Adobe mit starkem Abonnenten-Zuwachs

Adobe hat sein Geschäftsmodell radikal umgestellt: Statt Lizenzen verkauft Adobe nun Abonnements. Das läuft besser als erwartet, was sich auch am Aktienmarkt widerspiegelt. Doch die Gewinne lassen noch zu Wünschen übrig.

Das Adobe Hauptquartier in San Jose. Die komplette Umstellung des Geschäftsmodells belastet kurzfristig Umsatz und Gewinn. dpa

Das Adobe Hauptquartier in San Jose. Die komplette Umstellung des Geschäftsmodells belastet kurzfristig Umsatz und Gewinn.

New YorkDer Software-Hersteller Adobe Systems macht bei seiner Neuausrichtung Fortschritte. Der US-Konzern, der vor allem für sein PDF-Programm Adobe Reader bekannt ist, gewann im abgelaufenen Quartal deutlich mehr Kunden für sein neues Abonnement-Modell im Netz. Deren Zahl sprang um 22 Prozent auf 402.000 im Vergleich zum Vorquartal, wie Adobe am Donnerstagabend mitteilte.

Computernutzer, die mit Programmen wie Photoshop, Illustrator oder Flash arbeiten wollen, erwerben dafür seit einiger Zeit bei Adobe keine Lizenzen mehr, sondern kaufen im Netz ein Abonnement. Diese komplette Umstellung des Geschäftsmodells belastet allerdings kurzfristig Umsatz und Gewinn. Anleger scheine dies derzeit nicht zu stören, sagte Technologieanalyst Josh Olson. Sie vertrauten darauf, dass sich die Umstellung letztlich auszahle, da die Zahl der Neukunden über den Erwartungen liege. Die Aktie sprang nach anfänglichen Verlusten nachbörslich um acht Prozent in die Höhe.

Die heißen Smartphone-Dienste

Snapchat

Mit der Snapchat-App können Nutzer Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken, die sich nach einem kurzen Zeitraum selbst löschen. Gerade unter Jugendlichen ist die Anwendung beliebt – vermutlich nicht selten für Anzüglichkeiten. Die Gründer lehnten mehrere milliardenschwere Übernahmeangebote ab, auch Facebook ließen sie abblitzen.

Instagram

Ein Produkt des Smartphone-Zeitalters ist der Foto-Dienst Instagram: Er war von vornherein nur für mobile Geräte ausgelegt. Nutzer können Fotos und Videos aufnehmen, mit Filtern aufpeppen und hochladen. Das Prinzip von Instagram erinnert an Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht. Facebook übernahm den Dienst 2012 für umgerechnet eine Milliarde Dollar.

Pinterest

Beim Fotodienst Pinterest sammeln die Nutzer Bilder von verschiedenen Websites in digitalen Notizbüchern – meistens mit dem Smartphone. Die Entwicklung von Pinterest wird von Urheberrechtssorgen begleitet: Die öffentlichen Sammlungen könnten nach Ansicht einiger Experten als Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden. Das Unternehmen hat inzwischen eine Milliardenbewertung.

Whatsapp

In immer mehr Ländern wird Whatsapp zum SMS-Ersatz. Der Dienst erlaubt es, Kurznachrichten, Bilder und Videos über Internet zu verschicken. Die App läuft auf sämtlichen Betriebssystemen. Trotz etlicher Sicherheitspannen gehört Whatsapp zu den beliebtesten Smartphone-Anwendungen, sie hat nach Unternehmensangaben 500 Millionen Nutzer. Facebook hat das Start-up für 22 Milliarden Dollar übernommen.

Line

Ähnliche wie Whatsapp funktioniert Line, eine App mit asiatischem Ursprung. Sie bietet Instant Messaging für Smartphone und PC. Nutzer können nicht nur Textnachrichten, Fotos und Videos tauschen, sondern auch Telefonate führen. Eine Besonderheit sind virtuelle Sticker, die man in einem Shop kaufen kann.

Vine

Mit dem Dienst Vine können Nutzer bei Twitter sechs Sekunden kurze Videoschnappschüsse hochladen, die in einer Endlosschleife laufen. Der Zwitscherdienst übernahm das Start-up nur wenige Monate nach dessen Gründung im Sommer 2012. Vine hat nach Angaben vom Sommer 40 Millionen Nutzer.

Periscope

Videoübertragungen in Echtzeit ermöglicht der Dienst Periscope, der zu Twitter gehört. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten: App öffnen, „Broadcast“ klicken – schon beginnt der Live-Stream. Ein konkurrierendes Angebot ist Meerkat.

Tumblr

Twitter ist kurzatmige Internet-Kommunikation, Blogs lassen sich mehr Zeit. Irgendwo dazwischen befindet sich Tumblr, ein 2007 gegründeter Web-Dienst für das unkomplizierte Veröffentlichen im Netz. Ähnlich wie bei Twitter kann man bei Tumblr anderen Nutzern folgen und sieht dann deren Beiträge im sogenannten Dashboard, einer Übersichtsseite. 2013 übernahm Yahoo das Start-up für 1,1 Milliarden Dollar.

Das neue Abomodell sorgt derzeit dafür, dass die Einnahmen über die Monate verteilt einlaufen und nicht mehr komplett beim Kauf der Lizenz. Der Umsatz fiel im vierten Quartal zu Ende November um fast zehn Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar. Dies lag noch über den Erwartungen von Analysten. Der Gewinn brach hingegen sogar um rund 70 Prozent auf etwa 65 Millionen Dollar ein.

Von

rtr

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