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24.10.2012

08:54 Uhr

Software-Hersteller

SAP hebt Prognose für Geschäftsjahr

Der weltgrößte Produzent von Unternehmenssoftware verkaufte im dritten Quartal deutlich mehr Softwarelizenzen. Daher schraubt der Konzern nun seine Prognose für das laufende Jahr hoch und will die Konkurrenz übertreffen.

SAP verdient deutlich mehr Geld. dpa

SAP verdient deutlich mehr Geld.

StuttgartUngeachtet der trüben Konjunkturaussichten steuert SAP weiterhin einen Rekordkurs und stockt nach der milliardenschweren Übernahme des Cloud-Software-Anbieters Ariba seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr noch auf.

Unter Einbeziehung der elektronischen Beschaffungsplattform Ariba sei 2012 ohne Sondereffekte und Wechselkurs-Änderungen mit einer Zunahme der Software- und Wartungserlöse um 10,5 bis 12,5 Prozent zum Rekordwert von 11,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zu rechnen, teilte SAP am Mittwoch in Walldorf bei Heidelberg mit. Voraussichtlich werde das obere Ende dieser Spanne erreicht, sofern sich das Umfeld im gewöhnlich geschäftsträchtigen vierten Quartal nicht verschlechtere.

SAP hatte Ariba Anfang des Monats für umgerechnet 3,4 Milliarden Euro übernommen, um das Geschäft mit Cloud-Software auszubauen. Cloud-Software gilt als wachstumsstärkste Technologie in der Branche und wird nicht mehr direkt auf Computern installiert, sondern ist jederzeit über das Internet auch von mobilen Geräten aus nutzbar. Bis 2015 will SAP zwei Milliarden Euro - oder rund zehn Prozent seiner gesamten Erlöse - mit Cloud-Software erwirtschaften und damit dann auch profitabel sein. Bisher trägt das neue Geschäftsfeld SAP Verluste ein.

"Kein Anbieter in der Cloud ist derzeit profitabel", rechtfertigte sich Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe. Durch die Übernahme von Ariba werde SAP im laufenden Jahr mehr Umsatz erwirtschaften als bisher geplant, sagte Finanzvorstand Werner Brandt. Durch Ariba erhöhten sich die Erlöse um zusätzlich 50 Basispunkte, rechnete er vor.

"Wir haben erstmals im dritten Quartal für mehr als eine Milliarde Euro Software an unsere Kunden verkauft", sagte der gemeinsam mit Hagemann Snabe an der Vorstandsspitze stehende Manager Bill McDermott. Das Geschäft laufe auf vollen Touren, vor allem in Amerika und Asien sei SAP-Software gefragt.

Auch in Europa, wo die Geschäfte zuletzt verhalten blieben, sei im Schlussquartal mit Wachstum zu rechnen, sagte McDermott. "Wir sind zuversichtlich, dass wir weiterhin bessere Ergebnisse als unsere Wettbewerber erzielen werden", sagte er. Der schärfste Wettbewerber Oracle hat derzeit mit einem schwachen Hardware-Geschäft zu kämpfen, das die Kalifornier als weiteres Standbein im Wettbewerb um die Firmenkunden erworben hatten.

Die Expansion bei Cloud-Software kostet SAP viel Geld, da unter anderem in Datenzentren investiert werden muss. Im dritten Quartal sank die operative Marge des weltweit führenden Anbieters von Unternehmenssoftware daher um zwei Prozentpunkte auf 31,2 Prozent, da das Wachstum des Betriebsergebnisses nicht mit dem Anstieg der Erlöse Schritt hielt. Die Erlöse aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen kletterten in den Monaten Juli bis September um 17 Prozent auf 1,026 Milliarden Euro, die damit höher als von Analysten erwartet ausfielen.

Weitere drei Milliarden Euro steuerte das Wartungs-, Schulungs- und Beratungsgeschäft zum Gesamtumsatz von knapp vier Milliarden Euro bei, 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Vor Steuern und Zinsen verdiente SAP im dritten Quartal mit 1,026 Milliarden Euro zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Ohne Wechselkurseffekte betrug das Plus vier Prozent, SAP profitierte also zuletzt deutlich von vorteilhaften Wechselkursen.

Von

rtr

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