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18.07.2013

09:43 Uhr

Software-Hersteller

SAP kürzt Umsatzprognose

Nach einem Rekordjahr folgt beim IT-Konzern SAP 2013 ein wenig Ernüchterung: In diesem Jahr werde man bei den Erlösen hinter den bisherigen Erwartungen liegen. Die Schuld dafür schiebt die Konzern-Doppelspitze auf Asien.

Software-Hersteller

SAP-Chef: „Unternehmen in Asien investieren weniger“

Software-Hersteller: SAP-Chef: „Unternehmen in Asien investieren weniger“

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StuttgartDas verlangsamte Wirtschaftswachstum in China zwingt SAP zur Senkung seiner Umsatzprognose für dieses Jahr. 2013 sei nur noch mit einem währungsbereinigten Anstieg der Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse um mindestens zehn Prozent zu rechnen, teilte SAP am Donnerstag in Walldorf bei Heidelberg mit. Bisher hatte der weltweit größte Firmen-Softwarehersteller einen Zuwachs um elf bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Prognose ist Makulatur, da die Eintrübung der Konjunktur in China - der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA - zu Investitionsrückhaltung in ganz Asien führt.

„Kurzfristig schlägt sich das geringere Wirtschaftswachstum in China nicht nur dort, sondern auch in den Nachbarstaaten nieder“, sagte Co-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe. Vor allem in Australien, Japan und Neuseeland hielten sich die Unternehmen mit Investitionen in neue Software und Informationstechnologie zurück, ergänzte Finanzchef Werner Brandt.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

Nach einem unerwartet schwachen ersten Quartal verfehlte SAP auch im zweiten Geschäftsvierteljahr die Erwartungen des Finanzmarktes weitgehend. Der Umsatz mit Software und Dienstleistungen kletterte zwar in den Monaten April bis Juni ohne Berücksichtigung von Währungseinflüssen um zehn Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, wobei der Euro-Wechselkurs für Rückenwind sorgte.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 3,4 Milliarden Euro gerechnet. Während SAP in Amerika bei den Softwareverkäufen im zweiten Quartal deutlich um 18 Prozent zulegte, brachen die Erlöse im Asien-Pazifik-Raum abermals um sieben Prozent ein. Bereits im Auftaktquartal dieses Jahres hatte diese Region mit Schwellenländern wie Indien SAP schwache Verkaufserlöse beschert, das Management hatte jedoch auf eine Besserung gesetzt.

Kommentare (3)

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u1w1e

18.07.2013, 09:52 Uhr

Den Satz "Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für GROßÜBERNAHMEN ausgegeben" sollte man wie folgt korrigieren: "Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für KLEINE ÜBERNAHMEN ausgegeben."

Wenn man zu den immensen Übernahmekosten (für relativ kleine Firmen wie SuccessFactor, Ariba, ...) die Milliarden hinzurechnet die SAP für die Haus-eigene Cloud-Lösung Business-By-Design seid über einem Jahrzehnt investiert hat, darf man den Betrag den SAP für Umsätze im Cloud-Computing kalkuliert (183 Millionen Euro) wohl als absolut mickrig bezeichnen

u1w1e

18.07.2013, 09:55 Uhr

Den Satz "Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für GROßÜBERNAHMEN ausgegeben" sollte man wie folgt korrigieren: "Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für KLEINE ÜBERNAHMEN ausgegeben."

Wenn man zu den immensen Übernahmekosten (für relativ kleine Firmen wie SuccessFactor, Ariba, ...) die Milliarden hinzurechnet die SAP für die Haus-eigene Cloud-Lösung Business-By-Design seid über einem Jahrzehnt investiert hat, darf man den Betrag den SAP für Umsätze im Cloud-Computing kalkuliert (183 Millionen Euro) wohl als absolut mickrig bezeichnen

Krabak

18.07.2013, 11:29 Uhr

Dass sich aus den bisher noch gar nicht realisierten Reformatierungen der Wirtschaft, die sich zwangsläufig aus den sogen. Sparzwängen zur Haushaltssanierung ergeben werden, einen noch gar nicht vorstellbaren Umbau der bisherigen Wirtschaftssystem erfahren werden, hat mich jedenfalls veranlasst mein Portfolio zu Gunsten der traditionellen, konservativen Realwirtschaftswerte zu verändern.

Kostenmanagement und Automatisation schaffen keine realen Mehrwerte, dafür aber eine gewaltige Blase an Hoffnungen und Erwartungen, die bei den kommenden Rückführungen auf die Produktionswirtschaftswerte, die mit der Schaffung von Mehrwerten beschäftigt sind, vielleicht nicht mit einem lauten Knall, dafür aber zischend und über einen längeren Zeitraum dort landen werden, wo Telekom und Yahoo heute schon sind.

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