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05.10.2013

11:51 Uhr

Software-Konzern

SAP-Mitarbeiter befürchten Verlagerung in die USA

Die Mitarbeiter des Konzerns SAP haben große Angst vor einer Verlagerung des Unternehmenssitz von Walldorf in die USA. Schon jetzt treibt SAP-Mitgründer Hasso Plattner die Amerikanisierung des Unternehmens kräftig voran.

Noch ist der Hauptsitz des Software-Unternehmens SAP in Walldorf bei Heidelberg. Doch alles spricht für eine Verlagerung in die USA. dpa

Noch ist der Hauptsitz des Software-Unternehmens SAP in Walldorf bei Heidelberg. Doch alles spricht für eine Verlagerung in die USA.

Eine interne Mitarbeiter-Mail des SAP-Mitgründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner sorgt für Angst unter den Mitarbeitern des Software-Konzerns. Die Sorge, der Unternehmenssitz werde von Walldorf bei Heidelberg in die USA verlagert, ist groß. So schrieb Plattner in der Mail, die der WirtschaftsWoche vorliegt: „Ist Walldorf noch die richtige Lokation für SAP?“ Und weiter: „Hauptquartiere von Unternehmen werden gerne bürokratisch – genauso ist es uns ergangen.“

Offiziell teilt die SAP zwar mit, dass Walldorf der Hauptsitz der SAP bleibe, aber allein die Umwandlung des deutschen Konzerns von einer AG in eine Europa SE deutet bereits auf eine Vorbereitung hin, den Sitz des Unternehmens in die USA zu verlegen. Aus Vorstandskreisen heißt es, die Idee zur Umwandlung des Software-Konzern in eine SE komme von Plattner persönlich. So äußerte sich ein SAP-Betriebsrat gegenüber dem Magazin: „Ich gehe davon aus, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre die Verlagerung des Firmensitzes in die USA stattfindet.“ Ein SAP-Manager teilte mit, dass die SAP als SE die Möglichkeit habe, den Firmensitz in einem Zwischenschritt an einen Standort innerhalb der EU mit einer niedrigeren Wegzugbesteuerung zu verlegen, um von dort aus weiter in die USA zu gehen.

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Bereits jetzt betreibt Hasso Plattner eine Amerikanisierung des Unternehmens. So ist die neu berufene Kommunikationschefin Victoria Clarke erstmals in der SAP-Geschichte eine Amerikanerin und die PR-Abteilung untersteht Marketing-Chef Jonathan Becher, der wie Plattner selbst im kalifornischen Palo Alto arbeitet. Der amerikanische Co-Chef Bill McDermott wird außerdem im nächsten Jahr das Unternehmen alleine Führen. Damit sitzt das komplette SAP-Machtzentrum aus Vorstandschef, Marketing und Kommunikation in den USA.

Von

hbü

Kommentare (1)

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AJacobson

05.10.2013, 14:57 Uhr

Wunderbar. Und gleich nach dem Umzug erhält das dann amerikanische Unternehmen ein paar National Security Letters, um die wertvolle Software der NSA zu "öffnen". Alles im Dienste der nationalen Sicherheit der "Heimat". Herzlichen Glückwunsch, auch an alle bestehenden Kunden.

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