Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2014

08:52 Uhr

Software-Konzern

SAP wächst nur langsam

Bei Cloud-Diensten – dem Speichern und Abrufen von großen Datenmengen im Internet – legt der Walldorfer Software-Konzern SAP deutlich zu. Der Gesamtkonzern wächst hingegen nur langsam. Aber auch der Gewinn steigt.

Eishockey-Spiel im SAP-Center in San Jose, Kalifornien: Der Software-Konzern hält den Gewinn hoch. AFP

Eishockey-Spiel im SAP-Center in San Jose, Kalifornien: Der Software-Konzern hält den Gewinn hoch.

WalldorfDer starke Euro überschattet die Fortschritte von SAP beim Ausbau des Geschäfts mit Mietsoftware aus dem Internet. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte im ersten Quartal um zwei Prozent auf 919 Millionen Euro, währungsbereinigt waren es sieben Prozent, wie Europas führender Softwarekonzern am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Betriebsgewinn von 961 Millionen Euro gerechnet.

Besserung ist nicht in Sicht: Im zweiten Quartal könnten sich die Belastungen durch die Euro-Stärke gegen Yen, Rupie und Dollar noch verstärken auf acht Prozentpunkte, warnte SAP. Auch der Umsatz lag im Auftaktquartal unter den Erwartungen: Er stieg um zwei Prozent auf 3,7 Milliarden Euro, während Analysten im Schnitt 3,78 Milliarden Euro erwartet hatten. Die Aktie des Dax-Konzerns verlor vorbörslich mehr als zwei Prozent.

Der Konzern sei auf gutem Weg, der weltweit führende Cloud-Anbieter zu werden, erklärten die beiden Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe. Mit 36 Millionen habe SAP die meisten Anwender. In der als zukunftsträchtig geltenden Cloud-Sparte konnte SAP im ersten Quartal die Erlöse um 32 Prozent auf 221 Millionen Euro steigern. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt damit noch immer bei nur knapp sechs Prozent, wächst aber stetig.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

Da die Kunden des Marktführers für Software zur Firmensteuerung nun stärker auf die Mietsoftware setzen, die SAP gegen jährliche Gebühren über das Internet anbietet, kaufen sie allerdings weniger Software-Lizenzen. Der Software-Umsatz ging um fünf Prozent auf 623 Millionen Euro zurück.

Einen Vorteil erhofft sich das in Walldorf ansässige Unternehmen auch von der Kombination des Cloud-Geschäfts mit seiner Plattform für Echtzeit-Anwendungen Hana, die riesige Datenmengen in kürzester Zeit verarbeiten kann. Für 2014 peilt SAP weiterhin einen währungsbereinigten operativen Gewinn von 5,8 bis 6,0 Milliarden Euro an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×