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19.01.2012

23:03 Uhr

Software-Riese

IBM übertrifft Gewinnerwartungen

Die Sparten Software und Dienstleistungen waren für den Technologie-Konzern IBM 2011die Wachstumstreiber. Insgesamt stieg der Gewinn des Unternehmens um über vier Prozent und hat die Erwartungen von Experten übertroffen.

Der IBM-Stand auf der Computermesse CeBIT in Hannover. dapd

Der IBM-Stand auf der Computermesse CeBIT in Hannover.

San FranciscoDer Fokus auf Software und Dienstleistungen zahlt sich für den Technologie-Giganten IBM weiter aus. Im Schlussquartal 2011 waren die beiden Bereiche erneut die Wachstumstreiber. Insgesamt wuchsen die Konzernerlöse nach Rückgängen in anderen Sparten aber nur um 1,6 Prozent auf 29,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um 4,4 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zu, wie IBM am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um fast vier Prozent zu. Beim Umsatz wurden die Erwartungen der Marktexperten verfehlt, dieser stieg nur um zwei Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro). Beim Ergebnis wurden die Erwartungen jedoch übertroffen.

IT-Branche verliert an Schwung

Wegen der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten sind IT-Firmen gerade mit einer schwächeren Nachfrage in Europa konfrontiert. Nachdem schon im Dezember der US-Software-Riese Oracle mit schwachen Quartalszahlen enttäuschte, blieb auch die deutsche Software AG (SAG) vergangene Woche weit hinter den Erwartungen zurück. Die Anleger reagierten geschockt auf die Quartalszahlen und die im Technologie-Index TecDax gelistete Aktie des Darmstädter Unternehmens brach zwischenzeitlich um 26 Prozent auf 22,46 Euro ein, der stärkste Verlust seit April 2002.

„Die gesamte IT-Branche wird Wachstumseinbußchen hinnehmen müssen“, sagt Markus Fiebel, Analyst bei Independent Research in Frankfurt. Im abgelaufenen und in den kommenden beiden Quartalen werde es eine leichte Abschwächung geben, es werde aber nicht in eine Krise umschlagen. Schon im zweiten Quartal 2011 hatte die SAG die Erwartungen ihrer Anleger nicht erfüllt.

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„Das zweite Quartal war eine herbe Enttäuschung“, sagt Fiebel. Allerdings sei die SAG in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, 2011 habe das Wachstum eben einmal stagniert. Ursache dafür seien im Sommer hauptsächlich aufgeschobene Großaufträge gewesen, die dann erst im dritten Quartal einen positiven Effekt hatten. Im vierten Quartal blieb die SAG erneut weit hinter den Erwartungen: Der Netto-Gewinn lag zwischen 45 und 50 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 64,7 Millionen), der Umsatz lag zwischen 290 und 295 Millionen Euro. Analysten hatten mit 340 Millionen Euro gerechnet.

Beim US-Hersteller Oracle ist der Umsatz von September bis November nur um zwei Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar gestiegen. Normalerweise sind Anleger ein zweistelliges Umsatzplus gewohnt. „Oracle hat die Erwartungen verfehlt und wurde dafür abgestraft“, sagt Andreas Wolf, Analyst bei Warburg Research.

Viele fürchteten nun, dass auch SAP enttäuschen könne. Der Branchenführer SAP stellt seine Zahlen erst am 25. Januar vor. „Es wird keine gravierenden Schreckmomente geben“, sagt Branchenexperte Fiebel von Independent Research. „Allerdings empfinde ich die SAP-Einschätzung als etwas zu positiv“. Wenn es in der Vergangenheit einen Aktieneinbruch gegeben habe, habe es nie Auswirkung auf den Softwarehersteller aus Walldorf gehabt. Eine leichte Korrektur könnte also überfällig sein. SAP-Anleger sollten ihre Erwartungen deshalb ruhig schon mal etwas zurückschrauben.

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