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16.04.2015

16:48 Uhr

Software-Riese SAP

Umbau gefährdet Stellen in Deutschland

Der Umbau von SAP geht weiter: Der Konzern will drei Prozent seiner Stellen weltweit einsparen. Die Mitarbeiter sollen mit Hilfe von Abfindungen zum Wechsel oder Weggang bewegt werden.

Die Stellen Hunderter Mitarbeiter in Deutschland dürften von dem neuen Umbau beim Softwarekonzern SAP betroffen sein. dpa

SAP-Umbau trifft Deutschland

Die Stellen Hunderter Mitarbeiter in Deutschland dürften von dem neuen Umbau beim Softwarekonzern SAP betroffen sein.

WalldorfHunderte SAP-Mitarbeiter in Deutschland werden nach den Plänen des Softwarekonzerns ihre Stelle aufgeben müssen. Von kommender Woche an werden Teilen der knapp 17.673 Mitarbeiter in Deutschland freiwillige Abfindungsprogramme angeboten, wie der Deutschland-Personalleiter von SAP, Wolfgang Fassnacht, der Deutschen Presse-Agentur vor einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag sagte.

Wie viele Stellen in Deutschland damit genau eingespart werden sollen, wollte Fassnacht unter Verweis auf die Freiwilligkeit des Programms nicht sagen. Der Betriebsrat rechnet damit, dass Europa überproportional betroffen sein wird.

Der Konzern aus Walldorf ist dabei, sein Angebot von fest installierter Software auf Abo-Modelle (Cloud Computing) umzustellen. Dadurch werden Jobs in bestimmten Bereichen überflüssig. Das Programm greift in Bereichen, in denen SAP kein Wachstum erwartet.

Nehmen die Mitarbeiter einen Wechsel in einen anderen Bereich nicht an, können sie eine Abfindung nehmen. Außerdem wird Mitarbeitern im gesamten Unternehmen, die Jahrgang 1960 oder älter sind, eine Abfindung angeboten. Schon im März hatte SAP angekündigt, dass es für etwa drei Prozent der 74.000 Mitarbeiter weltweit gelten soll - das wären etwa 2000 Arbeitsplätze.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Damit fällt der Stellenabbau deutlich moderater aus als bei anderen globalen IT-Firmen. SAP-Rivale Microsoft hatte im Juli 2014 einen Stellenabbau von 18.000 Jobs beschlossen. Der vor allem von Problemen im Hardware-Geschäft gebeutelte Computerkonzern Hewlett-Packard streicht 50.000 Arbeitsplätze. SAP will am Ende des Jahres in Deutschland - genau wie im Gesamtkonzern - Stellen aufbauen, wie ein Sprecher betonte.

„Drei Prozent der Stellen sind von dem Umbau betroffen in Bereichen, in denen wir nicht mehr so stark investieren - ausschließlich in vertriebsunterstützenden Tätigkeiten“, sagte Fassnacht. „Im Bereich Cloud Computing werden wir Stellen aufbauen - und dort entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

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