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06.12.2014

13:33 Uhr

Softwarekonzern bleibt eigenständig

SAP ist kein Übernahmekandidat

SAP fährt eine offensive Übernahmestrategie: Der Softwarekonzern will diesen Kurs beibehalten und auf lange Sicht eigenständig bleiben. Dass die Firma selbst Übernahmekandidat werden könnte, schließen Verantwortliche aus.

„Der beste Weg, um als Firma unabhängig zu bleiben, ist zu wachsen“, sagte Vorstandschef Bill McDermott dpa

„Der beste Weg, um als Firma unabhängig zu bleiben, ist zu wachsen“, sagte Vorstandschef Bill McDermott

FrankfurtDer Softwarekonzern SAP will auch auf lange Sicht eigenständig bleiben und sieht sich nicht als Übernahmekandidaten. „Der beste Weg, um als Firma unabhängig zu bleiben, ist zu wachsen und eine gute Marktkapitalisierung zu haben. Und wir haben eine sehr üppige Marktkapitalisierung“, sagte Vorstandschef Bill McDermott der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Der Walldorfer Hersteller von Software zur Steuerung von Firmenprozessen ist an der Börse 70 Milliarden Euro wert und damit das fünftschwerste Unternehmen im deutschen Leitindex Dax. Erst vor wenigen Tagen hatte SAP mit der 6,2 Milliarden Euro schweren Übernahme von Concur Technologies den größten Zukauf seiner Firmengeschichte unter Dach und Fach gebracht. „Ich glaube, während wir mehr Marktanteile gewinnen und unsere Strategie sowie Fortschritte besser verstanden werden, wird sich der Börsenwert auch schneller erhöhen“, sagte McDermott.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Der SAP-Chef schließt weitere Aktienrückkäufe grundsätzlich nicht aus, will aber das Kapital bevorzugt für die Expansion verwenden. „Wenn Sie die Chance haben, eine Firma wie Concur zu kaufen, und SAP gleichzeitig schon eine sehr gute Dividende zahlt, dann ist es doch besser, unser Geld für solch eine Übernahme zu verwenden“, sagte McDermott. „Das bedeutet für die Zukunft keineswegs, dass wir Aktienrückkäufe nicht mehr in Erwägung ziehen würden.“ Allerdings sei er daran interessiert, die Firma organisch auszubauen.

Von

rtr

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