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13.01.2012

16:23 Uhr

Softwarekonzern

SAP fährt Oracle mit Rekordgewinn davon

Der Konzern setzt sich deutlich von der Konkurrenz ab. Während Oracle und die Software AG zuletzt schwächelten, legte Europas größter Softwarekonzern heute überraschend gute Zahlen vor. Die Aktie reagierte umgehend.

Einer der beiden Vorstandsvorsitzenden der SAP AG, Bill McDermott. dpa

Einer der beiden Vorstandsvorsitzenden der SAP AG, Bill McDermott.

WalldorfDie anhaltend gute Nachfrage nach Software hat SAP im abgelaufenen Jahr ein Rekordergebnis beschert. Während sich US-Konkurrent Oracle zuletzt mit mageren Zuwächsen begnügen musste, trumpfte SAP im wichtigen Schlussquartal bei den Software-Lizenzverkäufen mit einem zweistelligen Zuwachs auf.

„In einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld haben wir 2011 die besten Ergebnisse in der 40-jährigen Geschichte der SAP erzielt“, zog das Führungsduo Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe am Freitag Bilanz unter das abgelaufene Geschäftsjahr.

„Wir haben deutlich Marktanteile gewonnen.“ Die Nachfrage der mehr als 100.000 Firmenkunden nach Software zur Unternehmenssteuerung und zur Datenanalyse sei ungebrochen hoch und haben sich zuletzt sogar beschleunigt.

2011 kletterte der Konzernumsatz des Weltmarktführers für Unternehmens-Software um 14 Prozent auf 14,23 Milliarden Euro. Der Großteil stammt aus dem Verkauf von Softwarelizenzen und Wartungsdiensten, dabei legte SAP ein Plus von 17 Prozent auf 11,35 Milliarden Euro vor, wobei Sondereffekte und Wechselkursschwankungen außer Betracht blieben. Vorgenommen hatte sich SAP einen Zuwachs von zehn bis 14 Prozent und zuletzt in Aussicht gestellt, das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.

Parallel zu diesem kräftigen Erlöswachstums erhöhte sich auch die Ertragskraft von SAP. Die Rendite rückte damit näher an die der rentableren Konkurrenten aus den USA - Oracle und Microsoft - heran. Mit der um Sondereffekte und Wechselkurse bereinigten operativen Marge von 33,1 (Vorjahr: 32) Prozent übertraf SAP seine selbstgesteckte Prognose von 32,5 bis 33 Prozent ebenfalls leicht und beförderte damit den Aktienkurs um mehr als drei Prozent nach oben. Als Betriebsgewinn für das Jahr 2011 wiesen die Walldorfer 4,71 Milliarden Euro aus, 19 Prozent mehr als im Jahr davor. Zugetraut hatte sich SAP selbst maximal 4,65 Milliarden Euro.

„Wir haben unsere operative Marge gesteigert und kontinuierlich in Vertrieb und Marketing investiert, um zukünftige Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt. Vor allem für neue Datenanalyse-Software und Datenbank-Technik rührte SAP zuletzt die Werbetrommel und greift damit Oracle frontal an. Der US-Konkurrent - der nach Microsoft und SAP weltweit drittgrößte Softwarekonzern - lieferte zuletzt enttäuschende Zahlen ab, was die Investoren auch zu Verkäufen bei SAP-Aktien veranlasst hatte.

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Nachdem Oracle in seinem zweiten Geschäftsquartal per Ende November lediglich einen Umsatzzuwachs um zwei Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar verbuchen konnte, waren an den Finanzmärkten Sorgen über einen weltweiten Abschwung der IT-Ausgaben der Unternehmen und der öffentlichen Hand aufgekommen. Die Kunden zögerten nur länger mit dem Kauf neuer Informationstechnik, hatte Oracle die Anleger beruhigt. Zuvor hatten bereits die Computerhersteller Dell und Intel mit ihren Bilanzen für Verunsicherung gesorgt.

Für das laufende Geschäftsjahr wagte SAP am Freitag noch keine Aussage. Details zum erwarteten Geschäftsverlauf in diesem Jahr will der Konzern mit rund 54.000 Beschäftigten am 25. Januar veröffentlichen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.01.2012, 15:29 Uhr

Da koennten sich die Banken ein Beispiel nehmen. Es geht wirklich - Gewinne durch gute Konzepte, ohne Staatshilfe und ohne Geld von der EZB.

Account gelöscht!

13.01.2012, 15:41 Uhr

ich krieg mich nicht mehr ein-wo sind die ganzen Experten die jahrelang auf SAP rumgehackt haben ? Solide Arbeit und Innovation statt holes Rumgeprotze

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