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05.02.2015

18:59 Uhr

Softwarekonzern SAP

Gewerkschaften gewinnen bei SAP-Aufsichtsratswahl

Der erbittert geführte Wahlkampf endet mit einer Überraschung: Bei der Aufsichtsratswahl des Softwareherstellers SAP haben die Kandidaten von Gewerkschaften am Donnerstag viele Stimmen gewonnen.

Ein Logo des Softwarekonzerns SAP ist auf dem Gelände der Firmenzentrale in Walldorf zu sehen: Bei der Aufsichtsratswahl des Unternehmens gab es Überraschungen. dpa

Überraschung in Walldorf

Ein Logo des Softwarekonzerns SAP ist auf dem Gelände der Firmenzentrale in Walldorf zu sehen: Bei der Aufsichtsratswahl des Unternehmens gab es Überraschungen.

WalldorfKandidaten von Gewerkschaften haben überraschend viele Stimmen bei der SAP-Aufsichtsratswahl gewonnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstagabend aus dem Unternehmen erfuhr, wurden zwei der bisherigen Aufsichtsräte – die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christiane Kuntz-Mayr und Stefan Schulz – allerdings nicht wiedergewählt.

Die beiden Plätze für die Gewerkschaftsvertreter besetzen nun der Vertreter der Böckler-Stiftung, Sebastian Sick, und Christine Regitz vom Verband angestellter Akademiker. Außerdem wurde Andreas Hahn von der Gewerkschaft Verdi als Mitarbeitervertreter neu in das Gremium gewählt. Als leitende Angestellte zieht Margret Klein-Magar erneut in den Aufsichtsrat ein. Darüber hinaus bekamen die bisherigen Aufsichtsräte Lars Lamandé und Panagiotis Bissiritsas genügend Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei etwa 50 Prozent.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Zum ersten Mal in der Geschichte der SAP waren die Kandidaten direkt und nicht über Delegierte gewählt worden. Hintergrund für die Wahl ist die Umwandlung der SAP AG in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE). Im vergangenen Jahr war auf der Hauptversammlung die Änderung der Rechtsform entschieden worden. Im Vorfeld hatten die Kandidaten sich einen erbitterten Wahlkampf geliefert. 24 Kandidaten rangelten sich um die gut bezahlten sechs Mandate, die bei der Briefwahl ausstanden. Drei weitere Plätze wird der Europäische Betriebsrat voraussichtlich im März bestimmen.

Von

dpa

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