Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.10.2013

16:39 Uhr

Softwarekonzern

SAP schließt Pakt mit US-Rivalen

Die Softwarekonzerne SAP und SAS Institute arbeiten künftig zusammen: Die Echtzeitdatenbank Hana und die Analyseprogramme sollen kombiniert werden. Dabei geht es nicht nur um ein gemeinsames Vertriebsprogramm.

Die Konzernzentrale von SAP in Walldorf (Baden-Württemberg): Bislang hatte SAS-Institute-Chef James Goodnight sich eher zurückhaltend zu SAPs neuer Konkurrenz in der schnellen Analyse vom Daten geäußert. dpa

Die Konzernzentrale von SAP in Walldorf (Baden-Württemberg): Bislang hatte SAS-Institute-Chef James Goodnight sich eher zurückhaltend zu SAPs neuer Konkurrenz in der schnellen Analyse vom Daten geäußert.

Walldorf/HeidelbergDer Softwarekonzern SAP arbeitet künftig mit seinem US-Rivalen SAS Institute zusammen. Die Firmen wollen SAPs Echtzeitdatenbank Hana und die Analyseprogramme der Amerikaner kombinieren, wie sie am Donnerstag mitteilten.

SAS Institute ist einer der führenden Anbieter von besonders leistungsfähiger Analysesoftware und hat sich mit Programmen zur Risikobewertung für Kunden in der Finanzindustrie einen Namen gemacht. Die Zeiten des Quasi-Monopols sind aber lange vorbei. SAP, Oracle und IBM haben in den vergangenen Jahren massiv in den das vielversprechende Geschäft investiert.

Bislang hatte SAS-Institute-Chef James Goodnight sich eher zurückhaltend zu SAPs neuer Konkurrenz in der schnellen Analyse vom Daten geäußert, die die Walldorfer mit Hana aufbauen. Das sei nicht mit den eigenen Programmen vergleichbar, hatte er in mehreren Interviews betont.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

SAS setzt auf die Technik des „parallel computing“, bei der mehrere Rechner gleichzeitig verwendet werden, um die Analyse zu beschleunigen. SAP verwendet für Hana die sogenannte In-Memory-Technik, bei der die Daten nicht von der Festplatte sondern vom Arbeitsspeicher abgerufen werden und so schneller verfügbar sind.

Nun planen die Firmen nicht nur ein gemeinsames Vertriebsprogramm. Das Ziel sei, im Laufe des kommenden Jahres eine gemeinsame Technologie zu entwickeln, hieß es. Die Programme sollen dort eingesetzt werden, wo besonders komplexe Datenmengen schnell analysiert werden müssen, beispielsweise im Kunden- oder Risikomanagement sowie in der Geldwäschebekämpfung.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×