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10.01.2014

13:16 Uhr

Softwarekonzern

SAP steigert Gewinn kräftig

Für SAP war das Jahr 2013 ein gutes. Der Softwarekonzern hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Probleme machte SAP der starke Euro. Besonders stark legte der Bereich Cloud-Software zu.

SAP macht zwar Gewinn – aber nicht genug für die eigenen Ziele. dpa

SAP macht zwar Gewinn – aber nicht genug für die eigenen Ziele.

StuttgartDank ungebrochener Nachfrage nach Firmensoftware hat SAP im vergangene Jahr seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das um Währungseinflüsse bereinigte Betriebsergebnis sei 2013 um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro und damit so wie versprochen gestiegen, teilte der Softwarekonzern am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Die Euro-Stärke gegenüber asiatischen Währungen kostete den Weltmarktführer für Software zur Unternehmenssteuerung allerdings 400 Millionen Euro Gewinn - denn zu aktuellen Kursen legte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen nur um sechs Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 5,4 Milliarden Euro gerechnet.

Das neue Geschäftsfeld Cloud-Software des Walldorfer Konzerns sei mit einem Umsatz von 787 Millionen Euro stärker gewachsen als erwartet, während das Kerngeschäft solide Wachstumsraten aufgewiesen habe. Die Erlöse mit der Mietsoftware aus der Datenwolke im Internet, bei der die Kunden Programme nicht mehr kaufen und auf ihren Rechnern installieren müssen, verdoppelten sich damit. Absolut gesehen ist der Anteil am Gesamtumsatz mit knapp fünf Prozent aber noch gering. „Wir sind eines der wenigen Technologieunternehmen, die den Übergang in die Cloud erfolgreich vollzogen haben“, sagten die beiden Co-Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

Der Umsatz im Kerngeschäft - dem Verkauf von Unternehmenssoftware und der Support dafür - kletterte 2013 währungsbereinigt um elf Prozent auf 14 Milliarden Euro. Die Bremsspuren der schwachen asiatischen Währungen, vor allem des Yen, waren im vierten Quartal allerdings besonders deutlich bei den Lizenzeinnahmen für Software zu erkennen. Normalerweise legen die reinen Software-Erlöse im Schlussquartal kräftig zu, dieses Mal schrumpften sie zu aktuellen Wechselkursen um zwei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Zukäufe von SAP

Wachstum dank Zukäufen

Der Walldorfer Software-Konzern SAP hat in den vergangenen Jahren hohe Milliardenbeträge für Großübernahmen ausgegeben. Damit verstärkte sich das Unternehmen für zukunftsträchtige Geschäftsfelder.

Business Objects

2007 übernahmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet – und ist inzwischen Marktführer.

Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

Success Factors

2012 geht SAP die Übernahme von Success Factors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt.

Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software, zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

An der Börse lösten die Geschäftszahlen keine Begeisterung aus. Die Aktien von SAP gehörten mit einem Minus von 1,3 Prozent zu den wenigen Verlierern im Dax. Vor Veröffentlichung des Berichts hatten SAP 1,5 Prozent im Plus gelegen. Nach Aussage von Börsianer haben die Zahlen keine Überraschungen enthalten. „Da hat sich der ein oder andere wohl mehr versprochen.“

Ein Analyst bezeichnete die Kennziffern für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt als solide. Nur die Ergebnisse der Echtzeit-Datenbanktechnik Hana seien etwas enttäuschend ausgefallen, sagt er. Mit ihrer vor zwei Jahren ausgerollten Eigenentwicklung blieb SAP mit 633 Millionen Euro unter der angepeilten Spanne von 650 bis 750 Millionen Euro - gegenüber dem Vorjahr war das aber immerhin ein Zuwachs von 61 Prozent.

Von

rtr

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