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12.01.2015

18:18 Uhr

Softwareunternehmen auf Kurs

SAP steigert den Gewinn

Der deutsche IT-Konzern liegt voll auf Erfolgskurs: Das Betriebsergebnis stieg 2014 um drei Prozent, während Lizenzeinnahmen leicht abnahmen. Indes lohnen sich die Investitionen in Clouds. Die Dienste wachsen rasant

SAP bleibt auf Kurs. dpa

SAP bleibt auf Kurs.

StuttgartDer Softwarekonzern SAP hat den Gewinn ungeachtet von Milliarden-Investitionen in das boomende Geschäft mit Cloud-Programmen leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis kletterte 2014 um drei Prozent auf 5,64 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen in Walldorf bei Heidelberg am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mit.

Der Dax-Konzern erreichte damit die untere Grenze seiner angepeilten Gewinnspanne. Diese hatte SAP-Chef Bill McDermott im Herbst allerdings etwas auf 5,6 bis 5,8 Milliarden Euro gekürzt, denn die Umstellung auf das Vermieten von Firmensoftware per Internet geht zu Lasten des profitableren Lizenzgeschäft

An der Börse setzte eine Erleichterungsrallye ein. Die SAP-Aktie kletterte um 4,6 Prozent. In den vergangenen Tagen hatte sie unter Befürchtungen gelitten, das Lizenzgeschäft könnte im traditionell starken Schlussquartal stark gesunken sein, und der Cloud-Umsatz könnte enttäuschen.

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

Das Minus bei den Lizenzen hielt sich mit währungsbereinigt fünf Prozent aber im erwarteten Rahmen. Der Umsatz mit Cloud-Software schnellte um fast 60 Prozent in die Höhe, auch wenn die als zukunftsträchtig geltende Sparte bislang einen kleinen Anteil an den Erlösen hat. Der Gesamtumsatz, den SAP größtenteils mit Dienstleistungen und Support macht, stieg im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 17,6 Milliarden Euro.

Werden die zuletzt abgeschlossenen Software-Abonnements hochgerechnet, hat SAP nach 1,1 Milliarden Euro 2014 schon zu Beginn des neuen Jahres 1,7 Milliarden Euro Cloud-Umsatz in der Tasche. Langfristig werde das Geschäft wegen des steigenden Anteils regelmäßiger Erlöse besser planbar, erklärte Finanzvorstand Luka Mucic.

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