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31.07.2014

10:13 Uhr

Sony steigert Gewinn

Ärger mit Smartphones, Spaß mit der Playstation

Sony überrascht die Anleger ausnahmsweise positiv: Der kriselnde Elektronik-Riese hat den Gewinn gesteigert. Die neue Spielkonsole Playstation 4 ist äußerst gefragt, dagegen läuft das Smartphone-Geschäft nur mäßig.

Umkämpfter Markt: Sony hat die Prognose für die Fernsehsparte gesenkt. AFP

Umkämpfter Markt: Sony hat die Prognose für die Fernsehsparte gesenkt.

TokioDer japanische Elektronik-Riese Sony überrascht mit einem deutlich höheren Gewinn als erwartet. Freude bereitete dem Konzern das Geschäft mit Spielkonsolen und Netzinfrastruktur, außerdem das Filmgeschäft. Dagegen erwartet Sony in seinen Sorgensparten Smartphones und TV-Geräte noch schlechtere Geschäfte als bisher.

Im vergangenen Quartal verdiente Sony operativ 69,8 Milliarden Yen (506,6 Mio Euro), unterm Strich 26,8 Milliarden Yen (194,6 Mio Euro). Im Vorjahresquartal hatte es nur einen schmalen Gewinn von 3,1 Milliarden Yen gegeben, Analysten hatten für die vergangenen drei Monate auch einen Verlust nicht ausgeschlossen. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 1,8 Billionen Yen (13,1 Mrd Euro).

Der Spielebereich fuhr dank guter Verkäufe der neuen Spielekonsole Playstation 4 ein operatives Ergebnis von 4,3 Milliarden Yen ein. Vor einem Jahr sorgte die Sparte noch für ein Minus von über 16 Milliarden Yen. Von der zum vergangenem Weihnachtsgeschäft gestarteten Playstation 4 verkaufte Sony im vergangenen Quartal 3,5 Millionen Geräte. Für das noch bis Ende März 2015 laufende Geschäftsjahr peilt Sony einen Absatz von 17 Millionen Konsolen an.

Der Filmbereich konnte vor allem dank des Erfolgs von „The Amazing Spider-Man 2“ und „22 Jump Street“ den operativen Gewinn mit 7,8 Milliarden Yen mehr als verdoppeln. Die Musik-Sparte steigerte den Ertrag um 5,7 Prozent auf 11,4 Milliarden Yen.

In dem lange Zeit verlustreichen Geschäft mit Unterhaltungselektronik sprang der operative Gewinn von 3,4 auf 7,7 Milliarden Yen hoch. Mit Fernsehern verdient Sony allerdings wegen hoher Sanierungskosten nach wie vor kein Geld. Konzernchef Kazuo Hirai rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einer Belastung von 50 Milliarden Yen. Zudem senkte der Konzern die Prognose von 16 Millionen auf 15,5 Millionen verkaufte Geräte. Bei PCs hatte Hirai kurzerhand die Notbremse gezogen und nach andauernden roten Zahlen die Sparte verkauft. Das Geschäft mit TV-Geräten will er aber unbedingt auf Vordermann bringen.

Bei mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets gab es einen operativen Verlust von 2,7 Milliarden Yen. Sony senkte die Prognose für den Smartphone-Absatz im laufenden Geschäftsjahr von 50 auf 43 Millionen Geräte.

Der Druck auf den als Sanierer angetretenen Hirai war gestiegen, zuletzt mit dem Verlust von über 128 Milliarden Yen im vergangenen Geschäftsjahr. Damit hatte Sony in fünf der sechs vergangenen Jahre rote Zahlen geschrieben.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

An seinen Zielen für den Gesamtkonzern hielt Sony allerdings fest und erwartet weiter einen operativen Gewinn von 140 Milliarden Yen und unter dem Strich einen Verlust von 50 Milliarden Yen – der sechste Nettoverlust in Folge.

Sony will wegen der roten Zahlen seinen Schrumpfkurs noch verschärfen, früheren Angaben zufolge sollen 5000 der zuletzt weltweit 145.000 Stellen wegfallen. Ganze Geschäftsfelder sollen aufgegeben werden, etwa die angeschlagene PC-Sparte mit der Hauptmarke Vaio. Bei der Produktion von Fernsehern sucht der Konzern einen Partner.

Kommentare (1)

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Herr Almgir Alamgir

01.08.2014, 17:15 Uhr

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