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07.07.2017

09:25 Uhr

Soundcloud

Berliner Musikdienst streicht zahlreiche Jobs

Der Musikdienst Soundcloud entlässt 173 Mitarbeiter und schließt seine Standorte in San Francisco und London. Mit diesem Schritt wollen die Berliner ihre Zukunft als unabhängige Firma sichern.

Der Musikdienst Soundcloud entlässt 173 Mitarbeiter. dpa

Soundcloud

Der Musikdienst Soundcloud entlässt 173 Mitarbeiter.

BerlinDer Berliner Musikdienst Soundcloud greift zu Entlassungen, um seine Zukunft als unabhängige Firma zu sichern. Es sollen 173 Mitarbeiter gehen, schrieb Mitgründer Alex Ljung in einem Blogeintrag am späten Donnerstag. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge trennt sich Soundcloud damit von rund 40 Prozent der Belegschaft. Die Konzentration auf die Standorte Berlin und New York bedeutet, dass Büros in San Francisco und London dichtgemacht werden.

Die Einschnitte seien nötig für einen nachhaltigen Erfolg, erklärte Ljung. Er betonte mehrfach, dass Soundcloud unabhängig bleiben wolle. Es war immer wieder über einen möglichen Verkauf von Soundcloud spekuliert worden - erst an Twitter oder den Streaming-Marktführer Spotify, zuletzt an den Konkurrenten Deezer.

Musikdienste

Spotify

Der Pionier der Musikstreamingdienste bietet ein Abo-Modell mit einem Monatspreis von 9,99 Euro und auch eine kostenfreie werbefinanzierte Variante. Das schwedische Unternehmen hat 100 Millionen Nutzer, davon 40 Millionen Abonnenten.

Deezer

Der französische Konkurrent hat ebenso ein Abo-Modell mit einem Monatspreis von 9,99 Euro und eine kostenfreie werbefinanzierte Variante. Von 16 Millionen Nutzern sind sechs Millionen Abonnenten.

Amazon Music Unlimited

Bislang war Amazon in Deutschland mit Amazon Prime Music vertreten. Dort stehen rund zwei Millionen Songs zum Abruf bereit. Nun startet mit Amazon Music Unlimited ein 40-Millionen-Songs-Paket. Das Abo-Modell kostet 7,99 Euro monatlich für Primekunden, 9,99 Euro für Kunden ohne Prime‧mitgliedschaft. Für 3,99 Euro im Monat können Nutzer den Dienst buchen, wenn sie die Lieder nur über den Amazon-Lautsprecher Echo hören.

Apple Music

Während bei iTunes‧ einzelne Musiktitel verkauft werden, haben die Nutzer bei Apple Music für monatlich 9,99 Euro Zugriff auf die komplette Musikdatenbank. Der Musikdienst zählt 20 Millionen Nutzer.

Soundcloud

Der Musikstreamingdienst gilt als Spezialist für Independent Music – mit 135 Millionen Tracks. Bisher war der Dienst für die Nutzer kostenlos, jetzt führt das Berliner Unternehmen ein Bezahlmodell ein. 9,99 Euro im Monat – oder sie müssen die werbefinanzierte Variante wählen.

Tidal

Der US-Rapper Jay Z gründete den Musikstreamingdienst, der für 40 Millionen Titel und eine vielgepriesene Spitzenqualität steht. Preislich liegt Tidal mit einem Monatspreis von 9,99 Euro gleichauf mit den Wettbewerbern.

Soundcloud hebt sich von anderen Streaming-Diensten dadurch ab, dass auf der Plattform auch viele Remixes und Titel noch unbekannter Künstler ohne Vertrag zu finden sind. Außerdem bietet die Firma einen Abo-Service mit einer traditionellen Musikauswahl wie auch Spotify oder Apple Music.

Soundcloud hatte nach früheren Angaben 175 Millionen Nutzer, über die jüngste Entwicklung ist nichts bekannt - auch nicht, wie viele von ihnen zahlende Kunden geworden sind. Laut Medienberichten schreibt Soundcloud rote Zahlen. Ljung betonte in seinem Blogeintrag lediglich, Soundcloud habe den Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.

Von

dpa

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