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24.05.2011

10:41 Uhr

Soziale Netzwerke

Erfolg von Linkedin - ein Problem für Xing

VonDaniel Sprehe

Der Börsengang von Linkedin war ein voller Erfolg. Das Business Netzwerk hat seinen Wert mehr als verdoppelt. Für den deutschen Konkurrenten Xing könnte der Boom von Linkedin verheerend sein, wie die Erfahrung lehrt.

Der Erfolg von Linkedin setzt Xing unter Druck. Quelle: dpa

Der Erfolg von Linkedin setzt Xing unter Druck.

DüsseldorfFabian B., 28, ist gut vernetzt. Beim weltgrößten Freundes-Netzwerk Facebook hat er über 300 Freunde. Auch bei StudiVZ war er einmal. Seine Mitgliedschaft dort hat er schon vor einiger Zeit gekündigt: "Fast alle meine Freunde waren früher bei StudiVZ, aber dann kam Facebook", sagt der Frankfurter Diplomand. "Inzwischen sind dort fast alle, auch die Freunde aus anderen Ländern." Zwei private Benutzerkonten - eins bei StudiVZ und eins bei Facebook - seien jetzt nicht mehr nötig, deshalb habe er sein StudiVZ Konto gelöscht.

Diese Geschichte könnte sich wiederholen - diesmal mit Xing und Linkedin. Xing ist der deutlich kleinere der beiden Wettbewerber. Nach Unternehmensangaben hat das deutsche Business-Netzwerk 10,8 Millionen Mitglieder. Linkedin ist mit seinen über 100 Millionen Mitgliedern rund zehnmal größer. Xing ist fast nur in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt- die spanischen und türkischen Büros wurden Ende letzten Jahres verkleinert beziehungsweise ganz geschlossen. Linkedin dagegen ist weltweit aufgestellt - wenn auch mit einem Schwerpunkt USA. Gerade die - im Vergleich zu Linkedin - niedrige Mitgliederzahl könnte zum Problem für Xing werden: Denn je mehr Mitglieder sich auf einer Plattform vernetzen, desto attraktiver wird das Netzwerk. Die User gehen dahin wo die meisten ihrer Kontakte zu finden sind.

Weltweit hat Xing rund 10,8 Millionen Mitglieder.

Weltweit hat Xing rund 10,8 Millionen Mitglieder.

Dieser Effekt heißt auch Netzwerkeffekt. Damit soll das Phänomen beschrieben werden, dass der Nutzen eines jeden Mitgliedes mit jedem weiteren Neu-Mitglied wächst. So haben alle Mitglieder eine weitere Möglichkeit sich mit dem neuen Mitglied zu vernetzen. Dies führt fast immer zu einer extremen Konzentration der Nutzer auf ein Netzwerk. Ein Beispiel dafür ist auch Ebay. Zwar hat der US-Konzern seine Vormachtstellung auch durch Aufkäufe gefestigt, aber letztlich sind die hohen Mitgliederzahlen der Grund bei Ebay mitzumachen. Händler freuen sich über viele potenzielle Käufer - die Käufer über ein großes Angebot und günstige Preise. Das kann in diesem Maße kein Ebay-Konkurrent bieten.

Kommentare (3)

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wkissel

25.05.2011, 10:57 Uhr

Another example of the internets The Winner Takes It All approach. As soon as LinkedIn had launched its German website, Xing has lost its special appeal to German business people. Xing has to develop a sustainable point of difference or they will lose. Shareholders can hope for a takeover otherwise...

Account gelöscht!

29.05.2011, 16:30 Uhr

Sorry, was für ein Unsinn: Wer von LinkedIn nur die kostenlosen Rudimentär-Funktionen nutzt, hat nicht viel davon, denn er stößt an jeder Ecke auf Hürden, die er nur gegen Bezahlung überwinden kann. Zumindest wenn man die Gratis-Funktionen vergleicht, kann LinkedIn nicht gegen Xing anstinken, allein schon wegen der dürftigen Usability. Und der Xing-Premiumaccount kostet nicht 7,95 Euro, sondern 17,85 Euro pro Quartal (monatlich 5 Euro plus Mehrwertsteuer). Doch das ist ein Schnäppchen im Vergleich zu LinkedIn: Die verlangen mindestens 19,95 Dollar pro Monat.

Anonym

04.06.2011, 10:24 Uhr

Gibt es eigentlich beim Handelsblatt kein Lektorat mehr? Der Artikel strotzt nur so vor Rechtschreibfehlern, vor allem die Bindestriche in Komposita scheint der Autor nicht zu kennen.

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