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17.06.2012

08:58 Uhr

Soziale Netzwerke

Online-Netzwerker haben die Nase vorn

VonCatrin Bialek, Silke Kersting

Neben kurzweiligem Vergnügen für Privatleute bieten Social Media zunehmend auch Vorteile für Unternehmen. Firmen, die Google+ und Co. richtig nutzen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Ein Facebook-Nutzer in Indien. AFP

Ein Facebook-Nutzer in Indien.

Düsseldorf/BerlinRügenwalder Mühle, der Hersteller von Wurstwaren, setzt auf das Freundeportal Facebook. Für die neue Sorte "Genuss des Jahres 2011" rekrutierte der Wurstfabrikant Wursttester via Facebook. Zehn Kreationen stellte das Unternehmen auf Facebook vor und bat seine Fans um ihr Votum. Die Variante "Tomate-Rucola" bekam die meisten Stimmen - und erschien später sogar in den Supermärkten.

Die Möglichkeiten, die sich für Unternehmen auf Netzwerken wie Facebook, Twitter, Xing oder Pinterest bieten, erscheinen grenzenlos. Firmen wie Rügenwalder, Ritter Sport oder McDonald's ermuntern die Internetnutzer, neue Produktvariationen zu kreieren. Andere wie Starbucks rekrutieren ihre Nachwuchskräfte dort, und wieder andere wie Otto oder Kahla nutzen die Kanäle als Vertriebsweg.

Lange galten soziale Medien als lästiges Spielzeug, mit dem Mitarbeiter und Manager ihre Zeit verplemperten und nichts für ihr Unternehmen taten. Damit ist es nun vorbei. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom setzt inzwischen fast die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland soziale Medien ein. Weitere 15 Prozent haben konkrete Pläne, damit in Kürze zu beginnen. In den Netzwerken finden sie ihre Kunden: So hat Facebook allein in Deutschland in den letzten sechs Monaten fast zwei Millionen neue Nutzer gewonnen und hält damit die Spitzenstellung.

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé ist mit 250 Markenseiten auf Facebook vertreten. Immerhin zehn Prozent seines Werbebudgets wandern in die neuen Kommunikationskanäle. Dennoch: Obwohl die Unternehmen ihre Budgets für Social Media stetig aufstocken, stellt sich vielen immer wieder die Frage, wie hoch der Nutzen der Freundschaftsnetze wirklich ist.

Dazu präsentierte gestern das Marktforschungsunternehmen Millward Brown in Berlin eine Studie, die der Suchmaschinen-Gigant Google in Auftrag gegeben hat. Mit seinem Ableger "Google+" stellt der US-Konzern allerdings ein Pendant zu Facebook. Entsprechend positiv schnitten die virtuellen Poesiealben in der Einschätzung der Marktforscher ab: "Unternehmen erkennen zunehmend, dass soziale Netzwerke keine Gefahr für ihren Geschäftserfolg darstellen", sagte Google-Manager Michael Korbacher.

Kommentare (1)

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barbaravoll

17.06.2012, 13:05 Uhr

Wir haben anfangs mit goole adword geworben. facebook und twitter waren nur ein nettes ad-on. zwischenzeitlich erhalten wir mehr aufträge über facebook als über die anderen vertriebskanäle barbara voll, muu kuchen

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