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09.06.2017

08:38 Uhr

Soziales Netzwerk

Snapchat nennt Nutzerzahlen für Deutschland

VonJohannes Steger

Nach dem Start seiner Fotobrille in Europa hat Snapchat nun aktuelle Zahlen für den deutschen Markt präsentiert. Doch der Markt für Bilder und Videos scheint bereits fest in den Händen der Konkurrenz.

Analysten haben die Erwartungen an die Fotobrille nach unten korrigiert. dpa

Snapchat-Kamerabrille „Spectacles“

Analysten haben die Erwartungen an die Fotobrille nach unten korrigiert.

DüsseldorfAn der Börse läuft es für Snapchat schon länger nicht mehr rund. Doch für Aufmerksamkeit sorgt das soziale Netzwerk mit dem grinsenden Gespenst weiterhin. Betreiber Snap legte am Freitag aktuelle Zahlen zu seinen Nutzern in Deutschland vor – und bereitet seine Expansion in Europa nun auch vor Ort vor.

Es könnten gute Zeiten sein für die Plattform, die mit seiner eingebauten Halbwertzeit für Bilder und Videos einst sogar Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein wenig das Fürchten lehrte. Am vergangenen Freitag landeten überall in Europa die sogenannten Snapbots: Lustige gelbe Automaten, an denen sich Nutzer die Fotobrille „Spectacles“ kaufen konnten. Von Berlin bis Barcelona machte der Konzern aus Los Angeles kräftig Werbung für das Produkt, das dem Konzern endlich Gewinne bringen soll. Eine Woche später will Snap nun mit guten Nutzerzahlen aus Europa überzeugen. Ob das am Ende Anleger und Analysten überzeugt?

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Mit Marianne Bullwinkel verpflichtet Snap eine erfahrene Medienmanagerin als Chefin für den deutschsprachigen Raum. Der Konzern setzt zum Angriff auf den Werbemarkt an. Wie stehen die Chancen? Eine Analyse.

Snap sieht sich in Deutschland gut aufgestellt: Fünf Millionen Menschen nutzen Snapchat inzwischen täglich, teilt der Konzern mit. Und verweist zudem aus Zahlen, die der Dienstleister App Annie zusammen gestellt hat: 45 Prozent der eigenen täglichen Nutzer könne nicht via Facebook und ganze 44 Prozent nicht via Youtube erreicht werden. Bei Instagram ist der Abstand jedoch geringer: Hier sind es nur 29 Prozent. Zudem seien mehr als sechzig Prozent aller deutschen Nutzer über 18 Jahre alt. Mit dieser Zahl will Snap auch dem Vorwurf des virtuellen Kindergartens begegnen, in dem nur eine sehr junge und dadurch sprunghaftere Zielgruppe unterwegs sei.

Denn das ist gerade für Werbekunden wichtig und da ist der deutsche Markt für Snapchat äußerst interessant, denn es locken große Werbebudgets. 2014 führte laut einer Erhebung des World Advertising Research Centers bei den Ausgaben für Werbung in Europa zwar Großbritannien mit 27,4 Milliarden Dollar, doch Deutschland folgte mit 25,3 Milliarden deutlich vor Frankreich mit 16,6 und Italien mit 9,7 Milliarden Dollar.

Schon jetzt schalten Unternehmen wie die Drogeriekette dm oder die Deutsche Bahn Werbekampagnen auf dem Dienst. Bei der Plattform Discovery arbeitet Snapchat mit Nachrichtenportalen wie „Bild“ oder „Spiegel Online“ zusammen.

Doch um potenziellen Kunden ansprechen zu können, braucht es Ansprechpartner. Manch ein Branchenkennern scherzte schon mal darüber, wo man denn jetzt genau anrufen solle, um mit Snapchat zusammen arbeiten zu können. Auch da zieht das Unternehmen nach: Von Facebook holte man die erfahrene Marken- und Medienmanagerin Marianne Bullwinkel – eine vertrauensbildende Maßnahme für die Szene. Und nun soll im Sommer auch ein Büro in Hamburg eröffnen und damit ein Anlaufstelle für hiesige Kunden entstehen.

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