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19.01.2012

15:08 Uhr

Sparmaßnahmen

ARD/ZDF wollen nicht fürs Kabelnetz zahlen

ARD und ZDF wollen ab 2013 nicht mehr dafür bezahlen, dass ihre Programme in die Netzte der Kabelbetreiber übertragen werden. Vor allem Branchenprimus Kabel Deutschland würde darunter leiden - und läuft deswegen Sturm.

Kabel Deutschland würde am meisten darunter leiden, wenn ARD und ZDF ihre Zahlungen einstellen. dpa

Kabel Deutschland würde am meisten darunter leiden, wenn ARD und ZDF ihre Zahlungen einstellen.

FrankfurtKabel Deutschland muss um Millionen-Einnahmen von ARD und ZDF bangen. Die Sender wollen ab nächstes Jahr nicht mehr dafür bezahlen, dass ihre TV-Programme in die Netze der Kabelnetzbetreiber eingespeist werden.

Ein Kabel-Deutschland-Sprecher erklärte dazu, es sei nicht nachvollziehbar, dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten künftig nichts mehr für die Verbreitung im Kabel zahlen wollten - gleichzeitig aber weiterhin für Übertragung per Satellit und Antenne Entgelte entrichtete. Das letzte Wort sei in der Sache noch nicht gesprochen. Nun gehe es darum, mit ARD und ZDF einen neuen Einspeisevertrag auszuhandeln. „Wir gehen davon aus, auch künftig Einspeiseentgelte zu bekommen“, betonte der Sprecher.

Die Ankündigung der beiden Anstalten kommt überraschend. Die Sender haben sich nicht direkt geäußert, sondern über die Gebührenkommission KEF. Dieses Länder-Gremium ermittelt alle paar Jahre, wie viel Geld ARD und ZDF brauchen und legt auf dieser Basis fest, wie hoch die Fernsehgebühren werden. Damit die Gebühren ab 2013 für drei Jahre stabil bei 18 Euro blieben, verordnete die Kommission den beiden Anstalten Einsparungen.

Nun wird langsam klar, wo das Geld herkommt.

Ohne die Einspeiseentgelte für die Kabelfirmen würden ARD, ZDF und Arte pro Jahr zusammen knapp 60 Millionen Euro sparen. Ein Drittel dieser Summe ginge allein an Kabel Deutschland, sagte ein Brancheninsider.

Für den Kabel-Marktführer mit 8,7 Millionen Kunden und seine zum Liberty-Global-Konzern gehörenden Rivalen Unitymedia und Kabel BW steht damit ein lukratives Geschäftsmodell auf dem Spiel. Anders als im Ausland kassieren sie für die TV-Programme doppelt ab: Alle Fernsehstationen, also auch RTL, ProSieben und Sky zahlen dafür, dass ihre Filme und Shows bei den Zuschauern ankommen. Gleichzeitig müssen die Kabelfernseh-Abonnenten für den Empfang eine Monatsgebühr berappen.

Ursprünglich wurde das Modell gewählt, um den Aufbau des Kabelnetzes vor Jahrzehnten durch die Bundespost zu beschleunigen. Die Kabelnetzbetreiber verteidigen die Doppel-Zahlung mit dem Argument, dass sie hohe Summen in das Netz investieren müssten - und dennoch die Kabelgebühr für die Bundesbürger niedrig halten wollten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Pro-D

19.01.2012, 15:15 Uhr

einfache Lösung:

die Propaganda Sender zahlen nix an Kabel-Dt.
Und ALLE Kabelkunden zahlen keine GEZ mehr.

Wie mies muss ein Programm nur sein, wenn es nur unter Gewaltandrohung Geld vom Bürger erpressen kann.

Kritiker

19.01.2012, 16:51 Uhr

Wunderbar - also zahlen Nicht-Kabel-Nutzer für die Kabel-Nutzer, da ja alle Rundfunkgebühren bezahlen müssen. Sensationell!

Sowas kann es nur in Deutschland geben. Wieso klagt eigentlich nich mal jemand vorm Verfassungsgericht gegen diese Machenschaften und gegen die Rundfunkgebühren?

Alle müssen immer mehr zahlen, niemand weiss, wofür das Geld wirklich ausgegeben wird, die Gebühren werden permanent erhöht. Wenn wir für die Bereitstellung neutraler Nachrichten etwas bezahlen müssen ist das aktzeptabel - aber dass wir Geld für Sendungen bezahlen, die niemand braucht, dass Millionen im Fussball versenkt werden - nicht alle wollen Fussball sehen - ich präferiere z.B. andere Sportarten - über die fast nie berichtet wird... Fussballergebnisse gehören auch zu Nachrichten - aber stundenlang Fussballspiele ansehen - ist nicht jedermann's Sache - Die Fans können das über Sky etc. machen

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