Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2015

15:53 Uhr

Speicherchip-Industrie

China will Fabrik für 14 Milliarden Euro bauen

China will die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern verringern – und plant deshalb für rund 14 Milliarden Euro eine Speicherchip-Fabrik zu errichten. Dabei gehe es auch um die Datensicherheit.

Rund dreieinhalb Milliarden Euro sollen laut Tongfang Guoxin dazu genutzt werden, andere Halbleiterunternehmen aufzukaufen. Reuters

Speicherchip von Micron Technology

Rund dreieinhalb Milliarden Euro sollen laut Tongfang Guoxin dazu genutzt werden, andere Halbleiterunternehmen aufzukaufen.

PekingChina plant für knapp 14 Milliarden Euro den Bau eines eigenen Werks für Speicherchips. Wie am Freitag aus Börsenunterlagen hervorging, plant das Staatsunternehmen Tongfang Guoxin Electronics 93,8 Milliarden Yuan (13,8 Milliarden Euro) in die riesige Fabrik zu investieren. Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der Chinas Regierung eine Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Herstellern bei der Halbleitertechnik als Ziel ausgegeben hat.

Tongfang Guoxin wird von der Tsinghua Holdings, dem kommerziellen Arm der Pekinger Tsinghua Universität, kontrolliert und untersteht damit letztlich dem chinesischen Bildungsministerium. In einer Mitteilung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hieß es im Juni, China müsse „seit langem geltende Beschränkungen durch die USA, Europa und Japan“ im Bereich Halbleitertechnik überwinden. In den Unterlagen für die Börse von Shenzen teilte Tongfang Guoxin mit, China könne die „Sicherheit seiner Informationstechnologie“ nur garantieren, indem es selbst die dafür nötigen Komponenten herstelle.

Comeback von Infineon und NXP: Europas Chiphersteller mischen wieder mit

Comeback von Infineon und NXP

Premium Europas Chiphersteller mischen wieder mit

Die Chiphersteller Infineon und NXP stärken ihre Position durch Übernahmen. Das zeigt: Mit Europa ist wieder zu rechnen in der Industrie. Doch wie lange wird der Angriff andauern?

Das Unternehmen plant, knapp zwölf Milliarden Euro durch Aktienverkäufe an Mitarbeiter und an acht teils ebenfalls unter der Kontrolle von Tsinghua stehende Unternehmen einzusammeln. Dabei würde es sich um eine der weltgrößten Privatplatzierungen handeln. Der Großteil des Geldes soll direkt in das neue Werk fließen, das nach zwei Jahren den Testbetrieb aufnehmen soll. Ein Viertel der Summe soll laut Tongfang Guoxin dazu genutzt werden, andere Halbleiterunternehmen aufzukaufen.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×