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31.01.2007

08:43 Uhr

Speicherchiphersteller erwägt Fabrik-Bau in Asien

Qimonda plant Milliarden-Investition

VonJoachim Hofer

Der zweitgrößte Speicherchiphersteller der Welt rüstet im Kampf um Marktanteile auf. Berichten Taiwaner Medien zufolge will Qimonda seine erste eigene Fabrik in der Wachtumsregion Asien bauen. Ein Sprecher des Münchener Unternehmens bestätigte dem Handelsblatt, dass es solche Überlegungen gibt. Es sei allerdings noch keine Entscheidung gefallen.

Qimonda will möglicherweise schon bald in Asien fertigen. Foto: dpa

Qimonda will möglicherweise schon bald in Asien fertigen. Foto: dpa

MÜNCHEN. „Wir prüfen verschiedene Optionen, unsere Kapazitäten zu erweitern“, sagte der Sprecher. Neben einem eigenen Werk in Asien könne Qimonda auch die Fertigung bei Fremdfirmen ausweiten oder bestehende eigene Fabriken vergrößern. Nach Angaben von Qimonda würde eine moderne Halbleiterfertigung auf 300-Millimeter-Scheiben zwei Mrd. Euro kosten. Den Berichten zufolge soll eine Entscheidung Ende des laufenden Jahres getroffen werden.

Qimonda steht unter Zugzwang, denn der Rest der Branche geht in die Offensive. Am Dienstag kündigte der ehemalige Qimonda-Partner Promos an, in den nächsten drei Jahren sieben Mrd. Dollar (5,4 Mrd. Euro) für zwei neue Werke in Taiwan auszugeben. „Wir hoffen, dass wir mit dem Bau zum Jahresende beginnen können“, sagte Promos-Manager Ben Tseng.

Anbieter profitieren von Windows Vista

Im Dezember hatten bereits die Konkurrenten Powerchip und Elpida mitgeteilt, dass sie zusammen etwa 14 Mrd. Dollar (10,8 Mrd. Euro) in eine neue Fabrik in Taiwan stecken wollen. Der koreanische Elektronikkonzern Samsung investiert ebenfalls, um mehr produzieren zu können.

Die Hersteller der Speicherchips, so genannte Drams, profitieren momentan von einer kräftig anziehenden Nachfrage. Das liegt einerseits daran, dass die Halbleiter zunehmend in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Darüber hinaus steigt der Bedarf der Computerbranche.

Der Grund dafür: Das neue PC-Betriebssystem Windows Vista setzt einen größeren Speicher voraus. Alle neuen Rechner sind deshalb leistungsfähiger als die bisherigen Geräte. Qimonda rechnet für das laufende Jahr mit einem Mengenwachstum von 55 bis 65 Prozent. Das deckt sich mit den Prognosen der Analysten. „Nach unserer Einschätzung wird der Dram-Inhalt pro PC bis zum vierten Quartal um 60 Prozent steigen“, schätzt die Hypo-Vereinsbank.

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