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28.01.2007

18:49 Uhr

Spekulationen treiben Kurs von Endemol

Investoren entdecken Film und TV

VonHans-Peter-Siebenhaar und Gregory Lipinski

Bei den deutschen Film- und TV-Produzenten bahnt sich eine Übernahmewelle an. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, greifen der Finanzinvestor Permira und der niederländische Filmproduzent Endemol nach dem Berliner TV-Produzenten MME Moviement. Bekannt ist die Firma vor allem durch Gerichtsshows wie „Richterin Barbara Salesch“ (Sat 1), die Tim-Mälzer-Show „Schmeckt nicht – gibt’s nicht“ (Vox) und Einrichtungsserien wie „Einsatz in vier Wänden“ (RTL).

DÜSSELDORF/HAMBURG. Der Finanzinvestor Permira, der vor wenigen Wochen zusammen mit Kohlberg Kravis Roberts den Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 übernommen hatte, wollte am Wochenende mögliche Zukaufspläne nicht kommentieren. Permira hatte 2006 den größten konzernunabhängigen Fernsehproduzenten in Großbritannien, All3Media, für 494 Mill. Euro gekauft. Derzeit prüft die EU-Kommission die Übernahme von Pro Sieben Sat 1.

Nach Informationen aus Branchenkreisen ist Permira bereit, für die Mehrheit an MME tief in die Tasche zu greifen. Der Private-Equity-Fonds will rund 6,70 bis 6,90 Euro pro Aktie bieten, heißt es in Investorenkreisen. Dies würde einen Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Kurs der vergangenen 90 Tage bedeuten. Der Aktienkurs von MME stieg am Freitag um 1,79 Prozent auf 5,70 Euro. Im Dezember lag der Kurs noch bei 4,30 Euro. MME-Vorstandschef Martin Hoffmann, früher Chef des Privatsenders Sat 1, lehnte zum Übernahmekampf zwischen Permira und Endemol einen Kommentar ab.

Für Endemol wäre der Zukauf von MME eine Möglichkeit, in Deutschland, dem wichtigsten Fernsehmarkt in Europa, die Marktposition wieder auszubauen. Mit einer Übernahme von MME würde der TV-Produktionskonzern zudem interessanter für einen Weiterverkauf. Mehrheitsgesellschafter Telefónica plant seit langem einen Verkauf seiner Fernsehtochter.

An der Börse ist MME rund 60 Mill. Euro wert. Die Übernahme des Unternehmens wäre für Permira womöglich nur der erste Schritt, um im TV-Produktionsgeschäft Fuß zu fassen, sagen Brancheninsider. Denn der milliardenschwere Private-Equity-Fonds schielt seit längerem auch auf den „Big-Brother“-Produzenten Endemol. Der Kurs des niederländischen Produktionskonzerns verdoppelte sich in einem Jahr auf über 20 Euro. Damit ist Endemol an der Börse mit 2,5 Mrd. Euro bewertet.

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