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04.11.2015

06:58 Uhr

Spieleentwickler legt Zahlen vor

Zynga sucht das neue Farmville

Nachdem sein großer Hit „Farmville“ an Popularität verlor, brachen für den Online-Spiele-Anbieter Zynga schwere Zeiten an. Neue Games brachten bisher keinen Befreiungsschlag, auch wenn die Zahlen diesmal positiv überraschten.

Der „Farmville“-Erfinder Zynga hat eine lange Verlustserie hinter sich. AFP

Zynga-Logo auf dem Smartphone

Der „Farmville“-Erfinder Zynga hat eine lange Verlustserie hinter sich.

San FranciscoDer „Farmville“-Erfinder Zynga hat es nach einer langen Verlustserie in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Gewinn im vergangenen Quartal fiel mit gut drei Millionen Dollar zwar nur dünn aus und war lediglich einer Steuer-Gutschrift zu verdanken. Aber noch in den drei Monaten davor hatte Zynga knapp 27 Millionen Dollar verloren und im Vorjahresquartal über 57 Millionen Dollar.

Der Umsatz legte mit 195,7 Millionen Dollar im Jahresvergleich um fast elf Prozent zu, wie Zynga am Dienstag mitteilte. Binnen drei Monaten bedeutete das allerdings einen Rückgang von zwei Prozent.

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Die Aktie legte nachbörslich um gut ein Prozent zu. Zynga gab mit den Zahlen auch einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 200 Millionen Dollar sowie die Ablösung des Finanzchefs David Lee bekannt. Zwei wichtige neue Titel – das Kampf-Spiel „Dawn of Titans“ und das Autorenn-Game CSR2 – wurden ins kommende Jahr verschoben. Sie sollen in dieser Zeit besser gemacht werden, sagte Gründer und Chef Mark Pincus.

Einer der jüngsten Hoffnungsträger, das Strategie-Spiel „Empires & Allies“, blieb insgesamt hinter den Erwartungen zurück, wie Zynga einräumte. Mehr als ein Drittel des Geschäfts werde mit zwei Versionen des Spiels „Farmville 2“ erwirtschaftet. Die Bauernhof-Simulation ist grundsätzlich kostenlos, Spieler können aber zusätzliche virtuelle Artikel kaufen.

Für das laufende Quartal rechnet die Firma aus San Francisco wieder mit einem Verlust von 53 bis 75 Millionen Dollar. Zynga hat auch weiter mit der Abwanderung von Kunden zu kämpfen. Die Zahl monatlich aktiver Nutzer sank mit im Verlauf des Quartals um neun Prozent auf 75 Millionen. Im Vorjahresquartal waren es noch 103 Millionen, vor drei Jahren kam Zynga auf über 300 Millionen Nutzer.

Von

dpa

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