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21.02.2013

02:43 Uhr

Spielekonsole

Sony stellt Playstation 4 vor

Günstige Spiele für Telefon und Tablet machen den Konsolenherstellern zu schaffen. Mit der neuen Playstation 4 will Sony auch auf veränderte Spielegewohnheiten reagieren - mit neuen Funktionen.

Der irische Spieleentwickler David Perry bei der Präsentation der neuen Playstation von Sony. Reuters

Der irische Spieleentwickler David Perry bei der Präsentation der neuen Playstation von Sony.

New YorkSony bringt nach langem Warten ein neues Spielekonsolen-Flaggschiff heraus. Der japanische Elektronikkonzern stellte die Möglichkeiten seiner Playstation 4 am späten Mittwoch in New York vor. Allerdings müssen sich die Fans noch gedulden: Erst gegen Weihnachten soll die neue Konsole in den Handel kommen, sieben Jahre nach dem Vorgänger Playstation 3. Ein vorzeigbares Gerät und einen Preis blieb der Konzern schuldig.

Eine der auffälligsten Neuerungen besteht darin, dass Wunschtitel direkt aus dem Internet heruntergeladen werden können und mit dem Spielen schon begonnen werden kann, noch bevor der Download vollständig abgeschlossen ist. Auch lassen sich Videos und Fotos aus dem laufenden Spiel durch einen Knopfdruck am neuen Controller ohne Umwege mit Freunden teilen.

„Nicht mehr das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt, sondern der Spieler“, sagte Sony-Spartenchef Andrew House bei der Vorstellung in New York. Das solle veränderten Spielegewohnheiten Rechnung tragen. So gibt es Apps für Smartphones und Tablet-Computer, wo sich Mitspieler austauschen können. Auch wird es möglich sein, begonnene Spiele auf der tragbaren Playstation Vita weiterzuspielen.

Sony antwortet damit auf die zunehmende Beliebtheit von Smartphones und Tablet-Computern insbesondere bei Gelegenheitsspielern. Die Titel lassen sich bequem online auf die mobilen Geräte herunterladen und sind dabei in der Regel auch noch wesentlich günstiger als Konsolenspiele aus dem Laden. Viele Menschen tummeln sich auch bei Facebook, wenn sie spielen wollen und errichten virtuelle Bauernhöfe bei „Farmville“ oder ganze Städte bei „Cityville“.

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Mit dem Einblick in die ersten technischen Details kommt Sony dem Rivalen Microsoft zuvor, dessen Xbox 360 ebenfalls in die Jahre gekommen ist. Beobachter erwarten, dass der Windows-Hersteller auch bis zum Jahresende einen Nachfolger präsentieren wird. Nintendo hatte seine neue Wii U pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im November auf den Markt gebracht, sie verkauft sich allerdings schlechter als erwartet.

Die Playstation 4 bekommt die bekannte x86-Prozessorentechnik aus dem PC. „Aber hochgezüchtet“, wie Chefentwickler Mark Cerny sagte. Der Vorgänger Playstation 3 basierte auf einer speziellen Chiparchitektur. Durch die höhere Rechenleistung werden noch realitätsnähere Grafiken möglich. Gartner-Analyst Michael Gartenberg sprach in einer ersten Reaktion auf Twitter allerdings von einer „Evolution, keine Revolution“.

Die PlayStation 3 ist seit Ende 2006 zu haben und verkaufte sich nach der Schätzung des Marktforschers IDC seitdem 77 Millionen Mal. Die Spielekonsole war zu ihrer Zeit revolutionär, besaß sie doch neben einem leistungsstarken Prozessor auch ein Blue-ray-Laufwerk.

Allerdings war sie dadurch auch relativ teuer und wurde die ersten Jahre beim Absatz von Nintendos deutlich günstigerer Wii-Konsole überholt. Zuletzt war die Microsofts Xbox 360 die bestverkaufte Spielekonsole, vor allem seit der Konzern seine Bewegungssteuerung Kinect herausgebracht hat.

Für Sony ist ein Erfolg der Playstation 4 wichtig. Der japanische Elektronikriese schreibt unter dem Druck von Rivalen wie Apple oder Samsung seit geraumer Zeit Verluste. Das Spielegeschäft alleine war im zurückliegenden Weihnachtsquartal wegen schwacher Playstation-Verkäufe um 15 Prozent zurückgegangen. In dem Ende März abschließenden Geschäftsjahr hofft Sony erstmals seit fünf Jahren wieder auf einen Gewinn.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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haehnchen81

21.02.2013, 12:41 Uhr

lächerlicher Taschenrechner... also wirklich, eine im pc bereich bereits jetzt veraltete CPU hernehmen, und eine 3 Jahre alte Grafikkarten generation, dazu armeseelige 8 GB arbeitsspeicher die im pc bereich jetzt schon zum unteren standard gehören... was soll sowas? das ist die nächste generation? man könnte das ding auch überteuerten bremsklotz nennen.

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