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26.05.2014

09:54 Uhr

Spielekonsolen

Sonys Playstation folgt Xbox nach China

China hat das Verbot von Spielekonsolen aufgehoben, jetzt wittern die Hersteller das große Geschäft. Nach Microsoft mit der Xbox One kündigte nun auch Sony Pläne für einen China-Start seiner neuen Playstation an.

Gibt's bald auch in China: Spielekonsolen wir Playstation 4 und Xbox One. AFP

Gibt's bald auch in China: Spielekonsolen wir Playstation 4 und Xbox One.

Tokio/PekingIn China steht ein großer Wettkampf der Spielekonsolen bevor: Sony will seine Playstation 4 in den Riesenmarkt bringen. Vor einigen Wochen kündigte bereits der große Rivale Microsoft an, seine Xbox One voraussichtlich ab September zu verkaufen. In China waren Spielekonsolen jahrelang verboten. Zuletzt wurde die Blockade vorerst auf Zeit und mit Vorbehalten aufgehoben. Zum Beispiel sollen Spiele mit Gewalt-Darstellung zensiert werden.

Sony bildet für China ebenso wie Microsoft Gemeinschaftsunternehmen mit einer chinesischen Firma, der Shanghai Oriental Pearl Group, wie die Partner am Montag bekanntgaben. Microsoft will seine neue Xbox über ein Joint-Venture mit der chinesischen Medienfirma BesTV vertreiben. Nintendo gab noch keine Pläne für China bekannt, sondern kündigte nur generell eine neue Konsole für Schwellenländer an.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

In den vergangenen Jahren waren zwar immer wieder Konsolen und Spiele über Umwege nach China gelangt. Aber erst jetzt können die großen Anbieter den Markt legal ins Visier nehmen. Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers rechnet für das kommende Jahr mit rund zehn Milliarden Dollar Umsatz im chinesischen Spielegeschäft.

Von

dpa

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