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20.06.2017

15:05 Uhr

Spotify

Musikdienst verkauft Platz für Songs in Playlisten

Der Musikdienst Spotify möchte in die Gewinnzone – und geht neue Wege. In der Gratis-Version sollen sich Musikfirmen jetzt testweise in die Playlisten des Streaming-Dienstes einkaufen können.

Der Musikdienst möchte Platz in den eigenen Playlists verkaufen. Reuters

Spotify

Der Musikdienst möchte Platz in den eigenen Playlists verkaufen.

StockholmSpotify testet die Möglichkeit für Musikfirmen, sich mit ihren Songs in Playlisten des Streaming-Dienstes einzukaufen. Der Versuch laufe nur in sehr kleinen Gruppen von Nutzern der Gratis-Version in den USA und Lateinamerika, erklärte Spotify am Dienstag. Es sei offen, ob die Funktion regulär eingeführt werde. Nutzer bekommen beim Test die Möglichkeit, sie abzuschalten.

In der Streaming-Ära kann das Auftauchen eines Songs in den Playlisten eine große Rolle für den Erfolg eines Titels spielen. Spotify betonte bisher stets, dass diese Sammlungen neuer Songs der Woche oder zu bestimmten Genres eigenständig von dem Musikdienst selbst zusammengestellt werden und die Plätze dort nicht vermarktet werden.

Musikdienste

Spotify

Der Pionier der Musikstreamingdienste bietet ein Abo-Modell mit einem Monatspreis von 9,99 Euro und auch eine kostenfreie werbefinanzierte Variante. Das schwedische Unternehmen hat 100 Millionen Nutzer, davon 40 Millionen Abonnenten.

Deezer

Der französische Konkurrent hat ebenso ein Abo-Modell mit einem Monatspreis von 9,99 Euro und eine kostenfreie werbefinanzierte Variante. Von 16 Millionen Nutzern sind sechs Millionen Abonnenten.

Amazon Music Unlimited

Bislang war Amazon in Deutschland mit Amazon Prime Music vertreten. Dort stehen rund zwei Millionen Songs zum Abruf bereit. Nun startet mit Amazon Music Unlimited ein 40-Millionen-Songs-Paket. Das Abo-Modell kostet 7,99 Euro monatlich für Primekunden, 9,99 Euro für Kunden ohne Prime‧mitgliedschaft. Für 3,99 Euro im Monat können Nutzer den Dienst buchen, wenn sie die Lieder nur über den Amazon-Lautsprecher Echo hören.

Apple Music

Während bei iTunes‧ einzelne Musiktitel verkauft werden, haben die Nutzer bei Apple Music für monatlich 9,99 Euro Zugriff auf die komplette Musikdatenbank. Der Musikdienst zählt 20 Millionen Nutzer.

Soundcloud

Der Musikstreamingdienst gilt als Spezialist für Independent Music – mit 135 Millionen Tracks. Bisher war der Dienst für die Nutzer kostenlos, jetzt führt das Berliner Unternehmen ein Bezahlmodell ein. 9,99 Euro im Monat – oder sie müssen die werbefinanzierte Variante wählen.

Tidal

Der US-Rapper Jay Z gründete den Musikstreamingdienst, der für 40 Millionen Titel und eine vielgepriesene Spitzenqualität steht. Preislich liegt Tidal mit einem Monatspreis von 9,99 Euro gleichauf mit den Wettbewerbern.

Die Gratis-Version von Spotify wird unter anderem durch Werbung unterstützt, die zwischen den Songs eingespielt wird. Vergangene Woche veröffentlichte Zahlen für 2016 zeigten, dass der in Schweden beheimatete Musikstreaming-Marktführer zwar schnell wächst, aber 539,2 Millionen Euro verlor.

Die Werbeeinnahmen in der Gratis-Version legten zwar um gut 50 Prozent auf 295 Millionen Euro zu. Aber die Abo-Kunden brachten immer noch rund 90 Prozent der Umsätze ein. Spotify kam zum Jahresende insgesamt auf 126 Millionen Nutzer, von denen 48 Millionen zahlende Abo-Kunden waren.

Von

dpa

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