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24.05.2016

09:36 Uhr

Spotify

Streamingdienst gewinnt Nutzer – und vergrößert Verlust

Spotify wächst weiter in hohem Tempo. 89 Millionen Menschen hören bereits mit dem Streamingdienst Musik, der Umsatz stieg um 80 Prozent. Doch unter dem Strich macht das Start-up aus Schweden weiter Verluste.

Stockholmr

Der Streamingdienst aus Schweden hat mittlerweile rund 89 Millionen Nutzer. Reuters

Spotify-Chef Daniel Ek

Der Streamingdienst aus Schweden hat mittlerweile rund 89 Millionen Nutzer.

Der Musik-Streamingdienst Spotify hat Nutzerzahl und Umsatz kräftig gesteigert - seinen Verlust im vergangenen Jahr allerdings noch vergrößert. Rund 89 Millionen Nutzer zählte der Marktführer aus Schweden Ende 2015, der Umsatz stieg um spektakuläre 80 Prozent auf 1,945 Milliarden Euro. Doch weil Spotify viel investierte, machte der Streamingdienst 173 Millionen Euro Verlust. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Seit der Gründung 2008 hat Spotify noch keinen Gewinn gemacht. Die Nutzer können mit dem Streamingdienst ohne zu zahlen Musik hören – dann wird Werbung eingeblendet. Wer das nicht möchte, zahlt eine monatliche Gebühr. Die Zahl der zahlenden Abonnenten bezifferte Spotify-Chef Daniel Ek im März auf mehr als 30 Millionen.

„Wir glauben, dass unser Modell in großem Maßstab profitabel ist“, erklärte Spotify bei Vorlage der Jahreszahlen am Montag. „Wir werden daher weiter unermüdlich in unser Produkt investieren, um die Reichweite schnell auszuweiten.“

Wer am Musikstreaming verdient

Zur Studie

Wirtschaftsexperten von Ernst & Young haben im Auftrag des Verbandes der französischen Musikindustrie SNEP exemplarisch ausgerechnet, wieviel die einzelnen Parteien von jenen 9,99 Euro erhalten, die ein Premiumabo bei Diensten wie Spotify und Deezer kostet.

Der Dienst selbst ...

... behält demnach 2,08 Euro.

Der Staat ...

... bekommt 1,67 Euro insbesondere durch die Umsatzsteuer.

Die Verwertungsgesellschaften ...

... bekommen einen Anteil von einem Euro.

Die Labels ...

... behalten 4,56 Euro.

Den Künstlern ...

... bleiben am Ende 0,68 Euro. Die werden nach Häufigkeit der Abrufe unter den Musikern aufgeteilt. Unbekanntere Bands erhalten entsprechend wenig.

Nutzer können bei Spotify nach Unternehmensangaben mehr als 30 Millionen Songs hören. Der Streamingdienst hat aber starke Konkurrenz: der erst 2015 gestartete Dienst Apple Music, Deezer aus Frankreich oder Tidal von Rapper Jay-Z.

Spotify wird immer noch von seinen Gründern kontrolliert, den Schweden Daniel Ek und Martin Lorentzon. Verschiedene Investoren stiegen in den vergangenen Jahren ein, um die Investitionen zu finanzieren - ihr jeweiliger Anteil ist aber nicht bekannt.

Beim Börsengang eines Investors, des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Telia, im Juni 2015 wurde aber bekannt, dass Spotify mit 8,2 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) bewertet wird.

Von

afp

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