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11.01.2006

22:13 Uhr

Springer-Pläne

Pro Sieben hängt an Sat 1

Der Axel-Springer-Verlag kommt Kartellamt und Medienwächtern entgegen: Um die Erlaubnis für die Übernahme der Fernsehsender-Gruppe Pro Sieben Sat 1 zu bekommen, will er deren Flaggschiff verkaufen. Doch bei Pro Sieben selbst regt sich heftiger Widerstand.

Das gemeinsame Logo von Pro Sieben Sat 1. Die Zwangspartner haben sich mittlerweile lieben gelernt. Foto: dpa

Das gemeinsame Logo von Pro Sieben Sat 1. Die Zwangspartner haben sich mittlerweile lieben gelernt. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Der Vorstand der Pro Sieben Sat 1 AG könne einem Verkauf des Stammsenders nicht zustimmen, weil dieser Schritt nicht im Interesse des Unternehmens sei, hieß es am Mittwoch in Branchenkreisen. Die Integration von Sat 1 sei nicht einfach gewesen, nun gebe es zahlreiche Synergien zwischen den beiden Hauptsendern der TV-Gruppe.

Pro Sieben Sat 1 zeigte sich in einer ersten offiziellen Stellungnahme überrascht von dem Vorstoß. Die Sendergruppe sei nicht in die Verhandlungen zwischen Springer und dem Kartellamt eingebunden gewesen. Der Vorstand behalte sich die Prüfung des Angebots vor.

Pro Sieben ist Kern des TV-Konzerns und jahrelange Ertragsperle des Unternehmens. Auf Sendung ging Pro Sieben am 1. Januar 1989, einige Jahre nach dem Schwestersender Sat 1. Im Herbst 1990 war der Spielfilmkanal der erste Sender in Deutschland, der rund um die Uhr sendete. Die Erfolgsgeschichte des Privatsenders, der zur Kirch-Gruppe gehörte, wurde im Sommer 1997 gekrönt: Pro Sieben ging unter der Führung von Vorstandschef Georg Kofler an die Börse.

Im Sommer 2000 schlossen sich Pro Sieben und Sat 1 zum größten deutschen Fernsehunternehmen zusammen. Die Integration des ertragsschwachen Senders Sat 1 gestaltete sich schwierig. Pro Sieben musste für den Großteil der Gewinne sorgen, was sich bis heute nicht geändert hat. In den ersten neun Monaten 2005 stieg der Pro-Sieben-Umsatz leicht auf 532 Mill. Euro. Der Gewinn vor Steuern ging etwas auf 110,5 Mill. Euro zurück. Damit steuerte Pro Sieben aber immer noch mehr als die Hälfte des Konzerngewinns von knapp 203 Mill. Euro bei.

Während Sat 1 breiter aufgestellt ist, hat Pro Sieben noch immer seinen Schwerpunkt im Bereich der Spielfilme. Zu der Privatsenderkette gehören neben den zwei Großen noch Kabel 1 als Kanal für ältere Serien und Spielfilme, der Nachrichtensender N24, der Reisekanal Sonnenklar TV und der Quizsender 9Live. Pro Sieben Sat 1 beschäftigt rund 2 700 Mitarbeiter.

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