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05.06.2014

11:45 Uhr

Sprint zahlt Milliarden

Telekom kurz vor Verkauf der US-Mobilfunksparte

Die Telekom-Aktie führt am Vormittag den Dax an. Der Verkauf von T-Mobile US an eine Tochter des japanischen Mobilfunkers Softbank steht bevor. Die Unternehmen haben sich auf einen Kaufpreis in Milliardenhöhe geeinigt.

Sprint soll dem Kauf von T-Mobile US einen Schritt näher sein. Reuters

Sprint soll dem Kauf von T-Mobile US einen Schritt näher sein.

San FranciscoDer Deutschen Telekom steht ein milliardenschwerer Geldsegen ins Haus: Nach jahrelangen Bemühungen, die US-Mobilfunktochter loszuwerden, rückt ein Verkauf nun immer näher. Branchenkreisen zufolge hat sich die Telekom mit dem Rivalen Sprint auf einen Preis von 32 Milliarden Dollar für T-Mobile US geeinigt. Die Aktie des Unternehmens legte am Vormittag mehr als ein Prozent zu und war damit Spitzenreiter im Deutschen Aktienindex.

Wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagte, hat Sprint zugestimmt, rund 40 Dollar je Aktie zu zahlen. Der Preis läge damit 17 Prozent über dem Schlusskurs der T-Mobile-Aktie vom Mittwoch. Wie viel Geld Sprint schließlich auf den Tisch legt, hänge jedoch von vielen Details ab, die noch geklärt werden müssten, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person. Nach derzeitigem Stand werde die Telekom nach dem Schulterschluss 15 bis 20 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. Sprint ist in Amerika der drittgrößte Mobilfunkanbieter, T-Mobile US rangiert auf dem vierten Rang.

Dem Insider zufolge müssen Details zur Finanzierung und Buchprüfung geklärt werden. Laut Medienberichten könnte der Deal nächsten Monat in trockenen Tüchern sein. Sprint strebe an, die Hälfte des Kaufpreises in bar und den Rest in eigenen Aktien zu bezahlen, hieß es. Die Telekom und Sprint wollten sich dazu nicht äußern. Der Bonner Konzern hält gut zwei Drittel an der US-Tochter - der Anteil wäre auf Basis des Angebots von 40 Dollar je Anteilsschein insgesamt 21 Milliarden Dollar schwer.

Das Kartellrecht ist die größte Hürde

Über die Fusion von T-Mobile US mit Sprint wird seit Monaten spekuliert. Sprint gehört zum Softbank-Konzern des japanischen Milliardärs Masayoshi Son. Großer Unsicherheitsfaktor bei dem Deal sind die US-Wettbewerbsbehörden, die ein Zusammengehen der direkten Rivalen T-Mobile US und Sprint skeptisch sehen. Sie fürchten, dass danach die Mobilfunkpreise steigen. Sprint hingegen argumentiert, dass nur durch die Kombination das Duopol von Verizon und AT&T gebrochen werden kann. Die beiden Mobilfunk-Platzhirsche verlangen aus Sicht von Sprint zu hohe Telefongebühren.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

T-Mobile US galt lange als Sorgenkind der Telekom. In den ersten drei Monaten des Jahres hat die Tochter per saldo zwar 2,4 Millionen Kunden gewonnen - aber einen Verlust von 151 Millionen Dollar verbucht. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Gewinn von 107 Millionen Dollar gegeben.

T-Mobile US sollte vor drei Jahren bereits für 39 Milliarden Dollar an den Branchenriesen AT&T verkauft werden. Allerdings hatten die amerikanischen Behörden den Verkauf seinerzeit blockiert und argumentiert, dass es mindestens vier landesweite Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten geben müsse.

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